Spielplan
01.
Öffentliches Schreibprojekt
Öffentliches Schreibprojekt
Inhalt
Wie entsteht eine Tora? Welche Materialien und Regeln gehören zu einer Schriftkultur, die seit Jahrtausenden Wissen bewahrt, Gemeinschaft stiftet und Orientierung gibt? Während der Jüdischen Woche wird der Thomae-Pavillon am Societaetstheater zu einem öffentlichen Schreibort. Hier können Besucher*innen miterleben, wie nach den traditionellen Vorschriften jüdischer Schriftkultur an einer neuen, handgeschriebenen Sefer Tora für Dresden gearbeitet wird. Das Schreiben auf koscherem Pergament erfordert besondere Kenntnisse, große Sorgfalt und Konzentration. Jeder einzelne Buchstabe folgt festgelegten Regeln.
DIE EWIGE SCHRIFT – EINE TORA FÜR DRESDEN ist ein europaweit einmaliges Projekt, das von der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden realisiert wird. Es zeigt die Entstehung einer handgeschriebenen Tora-Rolle (Sefer Tora) in einem gläsernen Pavillon auf dem Vorplatz des Stadtmuseums und an anderen Orten. Über einen Zeitraum von 18 Monaten schreibt eine ausgebildete Schreiberin (Soferet) öffentlich Buchstabe für Buchstabe. Das Projekt begann am 21. August 2025 und ist im Rahmen der Jüdischen Woche am Societaetstheater zu Gast. Es eröffnet die seltene Möglichkeit, diese rituelle und handwerkliche Praxis aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Zugleich lädt es dazu ein, über die Bedeutung der Tora, die Weitergabe von Wissen und gelebtes jüdisches Leben in der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Mitwirkende
Ein Projekt der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden | Projektleitung, Kuratierung, Vortrag: Jahna Dahms | Öffentliches Schreiben: Liora Mendez
01.
Ein Hannah-Arendt-Nachmittag mit Ben Osborn (GBR) & Giuliana Kiersz (ARG)
Ein Hannah-Arendt-Nachmittag mit Ben Osborn (GBR) & Giuliana Kiersz (ARG)
Inhalt
Der Musiker Ben Osborn und die Lyrikerin und Performerin Giuliana Kiersz verweben einen poetischen Essay und eine musikalische Komposition zu einer Lyrikinstallation. Ausgehend von den Gedichten Hannah Arendts erkunden sie Fragen nach Exil, Erinnerung und Sprache aus einer gegenwärtigen, transnational-jüdischen Perspektive. Arendts lyrisches Werk, das erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt wurde, wird zum Ausgangspunkt für einen Nachmittag zwischen Stimme, Text, Klang und Imagination. Die Gedichte werden vom Deutschen ins Englische und Spanische übersetzt und treten in einen Dialog mit neuen Texten und Musikkompositionen der beiden Künstler*innen, die mit jüdischem Erbe und migrantischen Biografien in Deutschland leben.
Aus Arendts Gedichtzeile »Poetic language / is a place, not a refuge« entsteht die zentrale Frage: Welchen Ort öffnet poetische Sprache? Einen Raum der Erinnerung? Einen politischen Denkraum? Oder einen Ort der Begegnung, an dem unterschiedliche Welten einander berühren, formen und verändern? Die Live-Performance versteht Sprache nicht als Flucht aus der Welt, sondern als Kontaktzone – offen, verletzlich und gegenwärtig.
Mitwirkende
Text, Performance: Giuliana Kiersz | Musik, Sounddesign: Ben Osborn
Dauer: ca. 45 Minuten
Preise
01.
Aleksandr Kapeliush (RUS/DE), Dmitry Klenin (RUS/DE) & Mathis Joa Braun (DE)
Aleksandr Kapeliush (RUS/DE), Dmitry Klenin (RUS/DE) & Mathis Joa Braun (DE)
Inhalt
wer bist du? wer bist du eigentlich? was machst du? was machst du hier? warum hier? warum jetzt? warum Deutschland? warum Ludwigsburg? warum hast du keinen russischen Akzent? warum klingt es eher nach einem hebräischen Akzent? deine Aussprache ist richtig gut. bist du alleine hergezogen? wo ist deine Familie? warum ziehen sie nicht auch einfach weg? wie geht’s dir damit? wie geht’s dir? ich frage dich. aber du musst mir nicht antworten. wenn du nicht willst. --- das Wetter zuhause. ein Wohnzimmerballett ist ein biografisches Projekt über Exil, Identität und Queerness – ein intimer Bühnenraum zwischen Erinnerung, Bewegung, Sprache und der Frage, was »zuhause« bedeuten kann, wenn der Ort selbst in Bewegung geraten ist.
Aleksandr Kapeliush ist Theaterregisseur und Performer. Geboren 1999 in St. Petersburg, studierte er in Moskau Regie an der Russischen Akademie für Theaterkunst GITIS. Mit Beginn des Ukraine-Kriegs verließ er Russland, zog zunächst nach Tel Aviv und später nach Deutschland, wo er sein Regiestudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK) fortsetzte. Kapeliush inszenierte das Stück im Rahmen seines Regie-Studiums an der ADK.
Mitwirkende
Text, Musik & Inszenierung: Aleksandr Kapeliush | Choreografische Beratung: Leonid Leontev | Sound: Dmitry Klenin | Besonderer Gast: Mathis Joa Braun | Stimme: Germaine Sollberger | Mentor: Thomas Zielinski | Künstlerische Direktion ADK: Ludger Engels | Technische Leitung ADK: Friedemann Klappert | Produktionsleitung ADK: Monika Schumm
Die Inszenierung von Aleksandr Kapeliush entstand im Rahmen seines Studiums an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK), in Kooperation mit der Filmakademie Baden-Württemberg.
Dauer: ca. 65 Minuten
Preise
02.
Jugendliche der Jugendkunstschule Dresden (DE)
Jugendliche der Jugendkunstschule Dresden (DE)
Inhalt
Jeden Tag werden wir eingeordnet: nach Sprache, Aussehen, Kleidung oder Herkunft. Wir passen in Schubladen, jedoch manchmal auch nicht. ICH KOMME VON ist ein performatives Stück über Identität, Sichtbarkeit, Schubladendenken und die Frage, was wir voneinander wissen. Die Jugendlichen der Jugendkunstschule Dresden gehen in persönlichen Recherchen, Begegnungen und Gesprächen den Geschichten nach, die sie geprägt haben, und suchen nach jenen, die im Alltag kaum sichtbar sind. Dabei stoßen sie auf Leerstellen, Vorurteile und neue Perspektiven. Ausgangspunkt ist die Frage, warum jüdisches Leben im eigenen Alltag oft nicht sichtbar ist. Kennen wir überhaupt eine einzige Person, die jüdisch ist? Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Welche Bilder haben wir voneinander – und welche Geschichten fehlen? Ein künstlerischer Dialog aus jugendlicher Perspektive mit Sprache, Bewegung und theatralen Elementen. Eine Empfehlung für Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren.
Mitwirkende
Spieler*innen der Jugendkunstschule Dresden: Albert Dietrich, Finja Draheim, Eleanor Langton, Aljoscha Löser, Juliette Löser, Arja Rückert, Magda Simang, Pauline Wendrock | Theaterpädagogik: Nicole Dietz, Melanie Lange | Bühnenbild und Kostüme: Helene Immel
Eine Produktion der Jugendkunstschule Dresden im Rahmen des Themenjahres TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Dauer: ca. 60 Minuten
Preise
02.
Öffentliches Schreibprojekt
Öffentliches Schreibprojekt
Inhalt
Wie entsteht eine Tora? Welche Materialien und Regeln gehören zu einer Schriftkultur, die seit Jahrtausenden Wissen bewahrt, Gemeinschaft stiftet und Orientierung gibt? Während der Jüdischen Woche wird der Thomae-Pavillon am Societaetstheater zu einem öffentlichen Schreibort. Hier können Besucher*innen miterleben, wie nach den traditionellen Vorschriften jüdischer Schriftkultur an einer neuen, handgeschriebenen Sefer Tora für Dresden gearbeitet wird. Das Schreiben auf koscherem Pergament erfordert besondere Kenntnisse, große Sorgfalt und Konzentration. Jeder einzelne Buchstabe folgt festgelegten Regeln.
DIE EWIGE SCHRIFT – EINE TORA FÜR DRESDEN ist ein europaweit einmaliges Projekt, das von der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden realisiert wird. Es zeigt die Entstehung einer handgeschriebenen Tora-Rolle (Sefer Tora) in einem gläsernen Pavillon auf dem Vorplatz des Stadtmuseums und an anderen Orten. Über einen Zeitraum von 18 Monaten schreibt eine ausgebildete Schreiberin (Soferet) öffentlich Buchstabe für Buchstabe. Das Projekt begann am 21. August 2025 und ist im Rahmen der Jüdischen Woche am Societaetstheater zu Gast. Es eröffnet die seltene Möglichkeit, diese rituelle und handwerkliche Praxis aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Zugleich lädt es dazu ein, über die Bedeutung der Tora, die Weitergabe von Wissen und gelebtes jüdisches Leben in der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Mitwirkende
Ein Projekt der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden | Projektleitung, Kuratierung, Vortrag: Jahna Dahms | Öffentliches Schreiben: Liora Mendez
02.
Ein Dokumentarfilm von Michaela Kobsa-Mark (USA/AUT/DE)
Ein Dokumentarfilm von Michaela Kobsa-Mark (USA/AUT/DE)
Inhalt
Einer in Berlin lebenden Jüdin reicht’s. Sie beschließt, in drei Versuchen herauszufinden, ob und wie sie aufhören kann, Jüdin zu sein. In ihrem Dokumentarfilm begleitet Michaela Kobsa-Mark ihren eigenen humorvollen, ehrlichen und zunehmend widersprüchlichen Versuch, eine »Goje« – also eine Nichtjüdin – zu werden. Dabei begegnet sie Gojs und Juden gleichermaßen und stößt auf Fragen, die größer sind als ihr Experiment: Wem gehört das Jüdischsein? Wer definiert es – die Deutschen oder die Juden? Und was passiert, wenn der Versuch, das Judentum hinter sich zu lassen, am Ende vielleicht jüdischer macht als je zuvor? Der Film blickt mit Witz, Nähe und großer Offenheit auf diasporische Identitäten in Deutschland, auf Minderheitenzugehörigkeit, Deutschsein und die Sehnsucht, sich selbst neu zu verorten. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch mit der Regisseurin statt.
Michaela Kobsa-Mark ist eine amerikanisch-deutsch-österreichische Dokumentarfilmerin; ihre Arbeit verbindet ethnografische Praxis, partizipative Methoden, Humor und Intimität.
Mitwirkende
Regie, Produktion, Schnitt: Michaela Kobsa-Mark | DOP: Markus Ott, Amnon »Nono« Bikovsky | Set-Ton: Skye Macdonald | Sound Design: Perschya Chehrazi | Color Grading: Markus Ott | Produktionsassistenz: Wal Solon, Leyzer Ber, Lara Gottschalk | Dramaturgisches Feedback: Revan Sarikaya
Entstanden im Rahmen von LABA: A Laboratory for Jewish Culture Residency.
Dauer: 48 Minuten (Film)
Preise
03.
Jugendliche der Jugendkunstschule Dresden (DE)
Jugendliche der Jugendkunstschule Dresden (DE)
Inhalt
Jeden Tag werden wir eingeordnet: nach Sprache, Aussehen, Kleidung oder Herkunft. Wir passen in Schubladen, jedoch manchmal auch nicht. ICH KOMME VON ist ein performatives Stück über Identität, Sichtbarkeit, Schubladendenken und die Frage, was wir voneinander wissen. Die Jugendlichen der Jugendkunstschule Dresden gehen in persönlichen Recherchen, Begegnungen und Gesprächen den Geschichten nach, die sie geprägt haben, und suchen nach jenen, die im Alltag kaum sichtbar sind. Dabei stoßen sie auf Leerstellen, Vorurteile und neue Perspektiven. Ausgangspunkt ist die Frage, warum jüdisches Leben im eigenen Alltag oft nicht sichtbar ist. Kennen wir überhaupt eine einzige Person, die jüdisch ist? Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Welche Bilder haben wir voneinander – und welche Geschichten fehlen? Ein künstlerischer Dialog aus jugendlicher Perspektive mit Sprache, Bewegung und theatralen Elementen. Eine Empfehlung für Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren.
Mitwirkende
Spieler*innen der Jugendkunstschule Dresden: Albert Dietrich, Finja Draheim, Eleanor Langton, Aljoscha Löser, Juliette Löser, Arja Rückert, Magda Simang, Pauline Wendrock | Theaterpädagogik: Nicole Dietz, Melanie Lange | Bühnenbild und Kostüme: Helene Immel
Eine Produktion der Jugendkunstschule Dresden im Rahmen des Themenjahres TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Dauer: ca. 60 Minuten
Preise
03.
Öffentliches Schreibprojekt
Öffentliches Schreibprojekt
Inhalt
Wie entsteht eine Tora? Welche Materialien und Regeln gehören zu einer Schriftkultur, die seit Jahrtausenden Wissen bewahrt, Gemeinschaft stiftet und Orientierung gibt? Während der Jüdischen Woche wird der Thomae-Pavillon am Societaetstheater zu einem öffentlichen Schreibort. Hier können Besucher*innen miterleben, wie nach den traditionellen Vorschriften jüdischer Schriftkultur an einer neuen, handgeschriebenen Sefer Tora für Dresden gearbeitet wird. Das Schreiben auf koscherem Pergament erfordert besondere Kenntnisse, große Sorgfalt und Konzentration. Jeder einzelne Buchstabe folgt festgelegten Regeln.
DIE EWIGE SCHRIFT – EINE TORA FÜR DRESDEN ist ein europaweit einmaliges Projekt, das von der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden realisiert wird. Es zeigt die Entstehung einer handgeschriebenen Tora-Rolle (Sefer Tora) in einem gläsernen Pavillon auf dem Vorplatz des Stadtmuseums und an anderen Orten. Über einen Zeitraum von 18 Monaten schreibt eine ausgebildete Schreiberin (Soferet) öffentlich Buchstabe für Buchstabe. Das Projekt begann am 21. August 2025 und ist im Rahmen der Jüdischen Woche am Societaetstheater zu Gast. Es eröffnet die seltene Möglichkeit, diese rituelle und handwerkliche Praxis aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Zugleich lädt es dazu ein, über die Bedeutung der Tora, die Weitergabe von Wissen und gelebtes jüdisches Leben in der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Mitwirkende
Ein Projekt der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden | Projektleitung, Kuratierung, Vortrag: Jahna Dahms | Öffentliches Schreiben: Liora Mendez
03.
Jugendliche der Jugendkunstschule Dresden (DE)
Inhalt
Jeden Tag werden wir eingeordnet: nach Sprache, Aussehen, Kleidung oder Herkunft. Wir passen in Schubladen, jedoch manchmal auch nicht. ICH KOMME VON ist ein performatives Stück über Identität, Sichtbarkeit, Schubladendenken und die Frage, was wir voneinander wissen. Die Jugendlichen der Jugendkunstschule Dresden gehen in persönlichen Recherchen, Begegnungen und Gesprächen den Geschichten nach, die sie geprägt haben, und suchen nach jenen, die im Alltag kaum sichtbar sind. Dabei stoßen sie auf Leerstellen, Vorurteile und neue Perspektiven. Ausgangspunkt ist die Frage, warum jüdisches Leben im eigenen Alltag oft nicht sichtbar ist. Kennen wir überhaupt eine einzige Person, die jüdisch ist? Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Welche Bilder haben wir voneinander – und welche Geschichten fehlen? Ein künstlerischer Dialog aus jugendlicher Perspektive mit Sprache, Bewegung und theatralen Elementen. Eine Empfehlung für Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren.
Mitwirkende
Spieler*innen der Jugendkunstschule Dresden: Albert Dietrich, Finja Draheim, Eleanor Langton, Aljoscha Löser, Juliette Löser, Arja Rückert, Magda Simang, Pauline Wendrock | Theaterpädagogik: Nicole Dietz, Melanie Lange | Bühnenbild und Kostüme: Helene Immel
Eine Produktion der Jugendkunstschule Dresden im Rahmen des Themenjahres TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen.
Dauer: ca. 60 Minuten
Preise
03.
Alexander Estis (CH) & Tatjana Davis (DE)
Inhalt
Das Leben ist wundervoll – und manchmal sogar erträglich. Deshalb gilt: Die Pausen, die sich zwischen all unseren großen menschlichen Problemen auftun, müssen wir gut nutzen: für all die kleinen Probleme. Mit sehr viel Glück finden wir dann vielleicht sogar kurz ein kleines bisschen Glück. So geht es uns allen, ob Juden, Nichtjuden oder irgendwas dazwischen. Bei den Juden und oft auch bei denjenigen dazwischen kommt eben noch der Antisemitismus hinzu, der Antijudaismus, der Antizionismus. Und dann auch noch der ganze Judenhass! Aber davon lassen wir uns nicht beirren. Wir können optimistisch bleiben, wenn auch nicht mehr lange. Also wünschen wir einander von Herzen: Schlamassel tov!
Zum jüdischen Leben und dem Leben im Allgemeinen zwischen Masel und Schlamassel werden in diesem Programm Töne angestimmt, die nicht zu wahr sind, um schön zu sein: Tatjana Davis bespielt virtuos die Klarinette in einem Spektrum von Klassik bis Klezmer, angereichert durch Loop-Variationen, Improvisationen und eigene Kompositionen. Alexander Estis liest aus seinen sprachakrobatischen Satiren, unter anderem aus »Am Anfang war Schmonzes«.
Tatjana Davis arbeitet als freischaffende Musikerin, Bühnenkünstlerin, Komponistin und Pädagogin in Dresden. Alexander Estis ist Schriftsteller, Kolumnist und Essayist. Seine Texte erscheinen unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der Neuen Zürcher Zeitung, in der Süddeutschen Zeitung und in der ZEIT.
Mitwirkende
Text, Rezitation: Alexander Estis | Musik, Klarinette: Tatjana Davis
Dauer: ca. 100 Minuten
Preise
04.
Öffentliches Schreibprojekt
Öffentliches Schreibprojekt
Inhalt
Wie entsteht eine Tora? Welche Materialien und Regeln gehören zu einer Schriftkultur, die seit Jahrtausenden Wissen bewahrt, Gemeinschaft stiftet und Orientierung gibt? Während der Jüdischen Woche wird der Thomae-Pavillon am Societaetstheater zu einem öffentlichen Schreibort. Hier können Besucher*innen miterleben, wie nach den traditionellen Vorschriften jüdischer Schriftkultur an einer neuen, handgeschriebenen Sefer Tora für Dresden gearbeitet wird. Das Schreiben auf koscherem Pergament erfordert besondere Kenntnisse, große Sorgfalt und Konzentration. Jeder einzelne Buchstabe folgt festgelegten Regeln.
DIE EWIGE SCHRIFT – EINE TORA FÜR DRESDEN ist ein europaweit einmaliges Projekt, das von der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden realisiert wird. Es zeigt die Entstehung einer handgeschriebenen Tora-Rolle (Sefer Tora) in einem gläsernen Pavillon auf dem Vorplatz des Stadtmuseums und an anderen Orten. Über einen Zeitraum von 18 Monaten schreibt eine ausgebildete Schreiberin (Soferet) öffentlich Buchstabe für Buchstabe. Das Projekt begann am 21. August 2025 und ist im Rahmen der Jüdischen Woche am Societaetstheater zu Gast. Es eröffnet die seltene Möglichkeit, diese rituelle und handwerkliche Praxis aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Zugleich lädt es dazu ein, über die Bedeutung der Tora, die Weitergabe von Wissen und gelebtes jüdisches Leben in der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Mitwirkende
Ein Projekt der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden | Projektleitung, Kuratierung, Vortrag: Jahna Dahms | Öffentliches Schreiben: Liora Mendez
04.
Yousef Sweid (ISR/DE) / Isabella Sedlak (AUT)
Yousef Sweid (ISR/DE) / Isabella Sedlak (AUT)
Inhalt
»Wenn ich mit meiner Position schon alleine bin, warum dann nicht auch alleine vor einem Publikum?« Yousef Sweid steht allein auf der Bühne – und bringt doch eine ganze Welt von Stimmen, Erinnerungen und Widersprüchen mit. Der palästinensisch-israelische Schauspieler, geboren in Haifa und heute in Berlin lebend, erzählt von einem Leben zwischen Kulturen, Sprachen, Zugehörigkeiten und verschiedenen Versionen von Wahrheit. Persönliche Anekdoten treffen auf politische Reflexion: humorvolle Beobachtungen aus Berlin, Rückblenden in eine Kindheit als arabisches Kind einer christlichen Familie im jüdischen Kindergarten, Fragen nach Herkunft, Identität und dem Gefühl, immer »dazwischen« zu stehen.
BETWEEN THE RIVER AND THE SEA ist ein Soloabend über Komplexität, Zuhören und die Notwendigkeit, Geschichten zu erzählen, die sonst ungehört bleiben. Gemeinsam mit der österreichischen Regisseurin und Autorin Isabella Sedlak entwickelte Sweid ein Stück, das keine einfachen Seiten anbietet, sondern Widersprüche sichtbar macht und aushält. Es verbindet eine persönliche Erzählung mit kollektiver Erinnerung und lädt dazu ein, das Dazwischen nicht als Ausweg, sondern als Ort der Begegnung zu begreifen.
Mitwirkende
Von: Isabella Sedlak & Yousef Sweid | Mit: Yousef Sweid | Regie: Isabella Sedlak | Sounddesign: Thomas Moked Blum | Dramaturgie: Murat Dikenci | Dramaturgische Mitarbeit: Irina Szodruch
Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters Berlin. Premiere: 5. April 2025
Dauer: ca. 70 Minuten
Preise
05.
Öffentliches Schreibprojekt
Öffentliches Schreibprojekt
Inhalt
Wie entsteht eine Tora? Welche Materialien und Regeln gehören zu einer Schriftkultur, die seit Jahrtausenden Wissen bewahrt, Gemeinschaft stiftet und Orientierung gibt? Während der Jüdischen Woche wird der Thomae-Pavillon am Societaetstheater zu einem öffentlichen Schreibort. Hier können Besucher*innen miterleben, wie nach den traditionellen Vorschriften jüdischer Schriftkultur an einer neuen, handgeschriebenen Sefer Tora für Dresden gearbeitet wird. Das Schreiben auf koscherem Pergament erfordert besondere Kenntnisse, große Sorgfalt und Konzentration. Jeder einzelne Buchstabe folgt festgelegten Regeln.
DIE EWIGE SCHRIFT – EINE TORA FÜR DRESDEN ist ein europaweit einmaliges Projekt, das von der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden realisiert wird. Es zeigt die Entstehung einer handgeschriebenen Tora-Rolle (Sefer Tora) in einem gläsernen Pavillon auf dem Vorplatz des Stadtmuseums und an anderen Orten. Über einen Zeitraum von 18 Monaten schreibt eine ausgebildete Schreiberin (Soferet) öffentlich Buchstabe für Buchstabe. Das Projekt begann am 21. August 2025 und ist im Rahmen der Jüdischen Woche am Societaetstheater zu Gast. Es eröffnet die seltene Möglichkeit, diese rituelle und handwerkliche Praxis aus unmittelbarer Nähe kennenzulernen. Zugleich lädt es dazu ein, über die Bedeutung der Tora, die Weitergabe von Wissen und gelebtes jüdisches Leben in der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.
Mitwirkende
Ein Projekt der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden | Projektleitung, Kuratierung, Vortrag: Jahna Dahms | Öffentliches Schreiben: Liora Mendez
05.
40th Anniversary Tour »We Were Made For These Times«
40th Anniversary Tour »We Were Made For These Times«
Inhalt
Seit vier Jahrzehnten begeistern THE KLEZMATICS ihr Publikum weltweit. Mit ihrem Jubiläumsalbum legen die Grammy-prämierten New Yorker einen musikalischen Aufruf zu Solidarität, Hoffnung und Widerstandskraft in einer zerrissenen Welt vor. Das Album antwortet auf die aktuellen Verwerfungen unserer Zeit mit Liedern zwischen Protest, Glauben und radikaler Lebensfreude. Tief geprägt durch die Erfahrung von Migration und im kollektiven Gedächtnis zerstreut lebender Gemeinschaften, fordern sie Würde ein, stiften Verbindung und betonen die Kraft gemeinschaftlicher Resilienz.
Seit ihrer Gründung 1986 im New Yorker East Village haben THE KLEZMATICS das weltweite Klezmer-Revival angeführt und dabei die jahrhundertealte jiddische Musiktradition mit einem progressiven und zeitgenössischen Ansatz erneuert. Sie stehen seit 40 Jahren für eine Musik, die kulturelles Gedächtnis, gesellschaftliche Haltung und künstlerische Offenheit verbindet. Ihr Album »We Were Made For These Times« greift auf eine lange Tradition des Widerstands zurück und vereint Lieder von Woody Guthrie, Holly Near, Dovid Edelstadt und Chaim Zhitlovsky mit neuen Kompositionen. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Freude, Gemeinschaft und Widerstand untrennbar zusammengehören – und dass Musik eines der kraftvollsten Mittel bleibt, Zukunft aktiv mitzugestalten.
Mitwirkende
Lorin Sklamberg (Gesang, Akkordeon, Gitarre, Klavier), Frank London (Trompete, Klavier, Keyboard, Gesang), Lisa Gutkin (Violine, Gesang), Matt Darriau (Klarinette, Saxophon, Kaval, Gesang), Paul Morrissett (Bass, Zymbal, Gesang), Richie Barshay (Schlagzeug, Percussion, Gesang)
Dauer: ca. 90 Minuten
Preise
06.
Mit Jugendlichen aus Tschechien und Sachsen
Mit Jugendlichen aus Tschechien und Sachsen
Inhalt
Ein tschechisch-deutsches Tanztheaterstück über Erinnerung, Widerstand und die Kraft, den eigenen Träumen treu zu bleiben. Alica »Licka« Flachová-Pastorová (1928–2006) träumt als Kind davon, Tänzerin zu werden. Mit 13 Jahren muss sie als Jüdin die Tanzschule verlassen, mit 14 wird sie deportiert. In Konzentrationslagern und auf Todesmärschen wird die Kunst zu ihrer Form des inneren Widerstands – zu einer Kraft, die ihr das Überleben ermöglicht. Nach dem Krieg kehrt sie auf die Bühne zurück und wird Tänzerin im tschechoslowakischen Ballett. Junge Tänzer*innen aus Tschechien und Sachsen erforschen die Lebensgeschichte von Licka. Ihr Schicksal wird zum Spiegel für Fragen einer jungen Generation.
Nach einem Theaterstück von Agata Schindler verbindet die Performance Vergangenheit und Gegenwart über Grenzen hinweg – berührend, kraftvoll und hochaktuell. In Zusammenarbeit mit professionellen Künstler*innen entsteht eine interkulturelle Inszenierung aus Wort, Tanz und Musik.
Mitwirkende
Performance: Adéla Ernekerová als ältere Licka und zehn jugendliche Darstellerinnen aus Děčín und Dresden | Künstlerische Leitung: Agata Schindler, Alessandra Giuriola, Olimpia Scardi, Olek Konrad Witt | Regie: Olek Konrad Witt | Kostümbild: Marie Göhler, Ru Steinmetz
Eine Produktion von re-Publik Performance in Zusammenarbeit mit Institut Terezínské iniciativy, Prag und Taneční a pohybové studio FRI.DA Děčín.
Präsentiert von den Tschechisch-Deutschen Kulturtagen.
Dauer: ca. 70 Minuten
Preise
07.
Lesung der Finalist*innen
Lesung der Finalist*innen
Inhalt
Seit 1996 vergibt die Landeshauptstadt Dresden alle zwei Jahre den Dresdner Lyrikpreis, der zu den wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische deutsch- und tschechischsprachige Lyrik zählt. Der Preis würdigt herausragende poetische Stimmen und fördert den literarischen Austausch zwischen beiden Nachbarländern. Für die finale Runde 2026 wurden sechs Autor*innen nominiert: Elsa Aids, Tereza Bínová und Yveta Shanfeldová aus Tschechien sowie Róža Domašcyna, Nadja Küchenmeister und Marion Poschmann aus Deutschland. Bei der Lesung präsentieren sie ihre Gedichte gemeinsam mit ihren Übersetzer*innen. So werden die Texte in beiden Sprachen unmittelbar erfahrbar und eröffnen spannende Einblicke in die Kunst des literarischen Übersetzens. Für die Teilnahme an der Veranstaltung bitten wir um eine Anmeldung bis 31.10.2026.
Der Dresdner Lyrikpreis richtet sich an Autor*innen, die in deutscher oder tschechischer Sprache schreiben und ihren Lebensmittelpunkt in Europa haben. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und wird in zwei gleich hohen Teilen an jeweils eine Dichterin / einen Dichter in deutscher und in tschechischer Sprache vergeben. Begleitend erscheint eine zweisprachige Anthologie mit Gedichten aller Finalist*innen und ihren Übersetzungen.
Die Finalist*innen werden in einem zweistufigen Verfahren ermittelt. Aus den Vorschlägen der Jurymitglieder werden je drei deutschsprachige und drei tschechischsprachige Lyriker*innen für die Finalrunde nominiert. Im Zentrum der Juryauswahl stehen die literarische Qualität, Originalität und poetische Entwicklung der Nominierten. Die Jury 2026 ist mit sechs Expert*innen der europäischen Gegenwartslyrik besetzt: Uwe Kolbe (DE), Radek Malý (CZ), Katharina Schultens (DE), Jitka Bret Srbová (CZ), Alžběta Stančáková (CZ), Jan Wagner (DE).
Ausführliche Informationen zu den Finalist*innen finden Sie auf der Website des Erich Kästner Hauses für Literatur e.V.
Mitwirkende
Autor*innen: Elsa Aids, Tereza Bínová, Yveta Shanfeldová, Róža Domašcyna, Nadja Küchenmeister, Marion Poschmann | Übersetzer*innen: Jonáš Hájek, Jana Krötzsch, Jana Pokojová, Tereza Semotamová, Patrik Valouch, Susa Wolfrum | Jury: Uwe Kolbe, Radek Malý, Katharina Schultens, Jitka Bret Srbová, Alžběta Stančáková, Jan Wagner
Eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Dresden und des Erich Kästner Hauses für Literatur e.V.
In Kooperation mit dem Czech Literary Centre, unterstützt von Euroregion Elbe/Labe, Tvar und Asociace spisovatelů.
Dauer: ca. 2,5 Stunden
08.
Preisverleihung & Empfang
Preisverleihung & Empfang
Inhalt
Seit 1996 vergibt die Landeshauptstadt Dresden alle zwei Jahre den Dresdner Lyrikpreis, der zu den wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische deutsch- und tschechischsprachige Lyrik zählt. Der Preis würdigt herausragende poetische Stimmen und fördert den literarischen Austausch zwischen beiden Nachbarländern. Für die finale Runde wurden sechs Autor*innen nominiert: Elsa Aids, Tereza Bínová und Yveta Shanfeldová aus Tschechien sowie Róža Domašcyna, Nadja Küchenmeister und Marion Poschmann aus Deutschland. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wird in zwei gleich hohen Teilen an jeweils eine Dichterin / einen Dichter in deutscher und in tschechischer Sprache vergeben. Die feierliche Verleihung des 16. Dresdner Lyrikpreises wird musikalisch von Anna Romanovská Fliegerová (Violine, Koto) und Anne-Kathrin Wagler (Klavier, Synthesizer) begleitet. Für die Teilnahme an der Veranstaltung bitten wir um eine Anmeldung bis 31.10.2026.
Der Dresdner Lyrikpreis richtet sich an Autor*innen, die in deutscher oder tschechischer Sprache schreiben und ihren Lebensmittelpunkt in Europa haben. Die Finalist*innen werden in einem zweistufigen Verfahren ermittelt. Aus den Vorschlägen der Jurymitglieder werden je drei deutschsprachige und drei tschechischsprachige Lyriker*innen für die Finalrunde nominiert. Im Zentrum der Juryauswahl stehen die literarische Qualität, Originalität und poetische Entwicklung der Nominierten. Die Jury 2026 ist mit sechs Expert*innen der europäischen Gegenwartslyrik besetzt: Uwe Kolbe (DE), Radek Malý (CZ), Katharina Schultens (DE), Jitka Bret Srbová (CZ), Alžběta Stančáková (CZ), Jan Wagner (DE). Begleitend erscheint eine zweisprachige Anthologie mit Gedichten aller Finalist*innen und ihren Übersetzungen.
Ausführliche Informationen zu den Finalist*innen finden Sie auf der Website des Erich Kästner Hauses für Literatur e.V.
Mitwirkende
Autor*innen: Elsa Aids, Tereza Bínová, Yveta Shanfeldová, Róža Domašcyna, Nadja Küchenmeister, Marion Poschmann | Übersetzer*innen: Jonáš Hájek, Jana Krötzsch, Jana Pokojová, Tereza Semotamová, Patrik Valouch, Susa Wolfrum | Jury: Uwe Kolbe, Radek Malý, Katharina Schultens, Jitka Bret Srbová, Alžběta Stančáková, Jan Wagner | Preisverleihung: Annekatrin Klepsch (Beigeordnete für Kultur, Wissenschaft und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden) | Musik: Anna Romanovská Fliegerová (Violine, Koto) und Anne-Kathrin Wagler (Klavier, Synthesizer)
Eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Dresden und des Erich Kästner Hauses für Literatur e.V.
In Kooperation mit dem Czech Literary Centre, unterstützt von Euroregion Elbe/Labe, Tvar und Asociace spisovatelů.
Dauer: ca. 2,5 Stunden
10.
als Gäste: Brezel Göring & Psychoanalyse
als Gäste: Brezel Göring & Psychoanalyse
Inhalt
Der allseits beliebte und immer wieder spannende Dienstagssalon macht von Hellerau einen Ausflug ins Societaetstheater. Und für die Premiere bei uns haben wir den grandiosen Brezel Göring eingeladen, der den meisten als die Hälfte der legendären Punk-Pop-Band Stereo Total bekannt sein dürfte. Gemeinsam mit der 2021 zu früh verstorbenen Sängerin Françoise Cactus verschönerte er die Popwelt mit Songs wie »Liebe zu dritt«, »Schön von hinten«, »Küsse aus der Hölle der Musik« oder »Ich bin der Stricherjunge«. Außerdem ist Brezel auch Musikproduzent, Hörspielkomponist und Autor. Und vor allem macht er auch weiterhin ganz tolle Musik. Talkmaster Max Rademann sollte mittlerweile vielen bekannt sein durch seine langjährige Arbeit mit dem Animationskünstler Jens Rosemann, als Teil des Dresdner Poetry-Kombinats »Sax Royal« oder als stiller Karikaturist beim ein oder anderen Happening. Der stolze Erzgebirger lädt regelmäßig bekannte wie unbekannte Musiker*innen zum Dienstagssalon ein, um sie in entspannter Atmosphäre musikalisch und im lockeren Gespräch dem geneigten Publikum zu präsentieren.
Brezel Göring – die Grand Dame des Berliner Chansons bzw. des Chansons Kaputt, die funkelnde Punkprinzessin Kreuzbergs, die mit Glamour und anarchistischem Humor wie eine Flipperkugel an jeder musikalischen Erwartungshaltung abprallt – wechselt spielerisch und meisterhaft zwischen unzähligen Genres und saust ungebremst von einer Attraktion zur nächsten!
Die neue Platte von Brezel Göring & Psychoanalyse mit Namen »Friedhof der Moral« erschien 2024 auf seinem eigenen Label. Wo auf dem Vorgängeralbum Psychoanalyse Volume 2 Fragenzeichen den Plattenrücken zierten, müssten es hier eigentlich Ausrufezeichen tun, denn die Platte hat Schmiss, ist mitreißend, temporeich, macht gute Laune, ist sehr verspielt und extrem facettenreich. Vor allem ist sie extrem. Thematisch, lyrisch und musikalisch. Es finden sich Referenzen zu Klassik, japanischen Blues, Diskomusik, Punk, Hiphop und natürlich französischen Chansons. Friedhof der Moral ist ein musikalisches Feuerwerk, sprachgewaltig, voller filmischer Kurzszenen und bringt unsere Synapsen zum Glühen.
Begeistert begeben wir uns auf die rasante Reise ins musikalische Universum von Brezel Göring – es ist eine unbändige, wilde und grenzenlose Reise. Gleich zu Beginn fliegen wir durchs All, durchqueren das komplette Planetensystem, fahren später über Italien, Frankreich und Griechenland direkt nach Tschernobyl, machen Halt im Stundenhotel, bleiben doch lieber in Berlin, schwanken die (Kreuzberger) Oranienstraße lang und treben an der Straßenecke auf den Frühling, um dann wie ein Ufo über dieser beschissenen Stadt zu kreisen und schließlich setzt sich die Reise düster und melancholisch ins Jenseits fort … Es ist eine sehnsüchtige, sanfte Note, mit der die Platte endet und mit lieblichen Melodien und zartem Gesang ein Abschiedslied an Françoise Cactus erklingt.
Mitwirkende
Moderation: Max Rademann | Musik: Brezel Göring & Psychoanalyse
Eine Veranstaltung in Kooperation mit HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste.
Dauer: 2 Stunden (inkl. Pause)
Preise
12.
Nach einer Recherche zur DDR-Aktionskunst der Auto-Perforations-Artisten
Nach einer Recherche zur DDR-Aktionskunst der Auto-Perforations-Artisten
Inhalt
»Slop« ist das US-amerikanische Wort des Jahres 2025. Es bedeutet ursprünglich Schlamm, Nassmüll oder Fraß, wird heute aber im Zusammenhang mit massenhaft KI-generiertem Internet-Schrott verwendet. Ausgehend von den Bildkulturen im neuen digitalen Zeitalter erforscht die Performance SLOP deren Beziehung zur radikalen, animalischen Kunst der Auto-Perforations-Artisten. Vorbei an Verboten besetzten sie in den 1980er Jahren im beschaulichen Dresden die Nische der Aktionskunst. Fernab vom sozialistischen Realismus und der Staatskultur der DDR schufen sie durch das Ausloten der eigenen Körpergrenzen subversive Bilder des Widerstands. Inspiriert von Archivmaterialien und Gesprächen mit der Künstlergruppe von damals und Fluten an Internet-Content fragt SLOP performativ: Was kann uns heute überhaupt noch herausfordern? Welche Bilder können wir erzeugen, in einer Zeit, in der Sichtbarkeit, digitale Performance und Selbstoptimierung zur Währung geworden sind?
Die 2021 verstorbene Dresdner Galeristin und Kunstvermittlerin Claudia Reichardt, genannt Wanda, war eine Wegbegleiterin der Auto-Perforations-Artisten. Die Ausstellung »Wanda, Villa und der Wandel«, die am 7. September 2026 im Stadtarchiv Dresden eröffnet wird, ist als Retrospektive ihrem Schaffen und Wirken gewidmet. Sie gab den Anstoß, sich mit Dresdens Vergangenheit, der DDR und den Themen Aktionskunst, Kunstfreiheit, Körpergrenzen und Risiko auseinanderzusetzen und die Rechercheergebnisse auf die Bühne zu bringen. Die Dresdner Künstler*innen Caroline Beach, Eva Jaekel, Josef Panda und Casey Ouzounis, die aus unterschiedlichen Disziplinen der Darstellenden Kunst kommen, setzen das Vorhaben um.
Mitwirkende
Eva Jaekel, Josef Panda, Caroline Beach, Casey Ouzounis | Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Die Produktion entstand in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Mit der Performance ist das Societaetstheater zu Gast im Kunsthaus Dresden / Robotron-Kantine.
Premiere: 03.10.2026, Robotron-Kantine
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Außerdem wird diese Maßnahme mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes und durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden gefördert.
Dauer: ca. 70 Minuten
Preise
13.
Intergalaktische Gameshow von den Lovefuckers
Intergalaktische Gameshow von den Lovefuckers
Inhalt
In einer gnadenlosen Spielshow treten die Kandidaten gegeneinander an. Ihre Aufgabe klingt einfach – ist aber vielleicht die schwerste überhaupt: Sie müssen lernen, ihre eigenen Vorstellungen von Männlichkeit zu überwinden. Denn am Ende entscheidet sich nicht nur, wer gewinnt. Es entscheidet sich, ob unsere Welt, wie wir sie kennen, noch eine Chance hat. Wer schafft es, die alten Muster hinter sich zu lassen? Wer hält krampfhaft an ihnen fest? Und was passiert, wenn der größte Gegner gar nicht der Mitspieler ist, sondern das eigene Rollenbild? Inspiriert von den Analysen des Kulturwissenschaftlers Klaus Theweleits begeben sich die Lovefuckers auf eine Spurensuche nach den Ursprüngen destruktiver Männlichkeit. Warum erscheint Härte oft attraktiver als Verletzlichkeit? Weshalb wird Fürsorge noch immer als Schwäche gelesen? Und warum fällt es manchen so schwer, auf den Zug aufzuspringen, der unsere Zukunft retten könnte – den des Feminismus?
Mit scharfem Witz, virtuosem Puppenspiel und überraschenden Wendungen verbinden die Lovefuckers philosophische Fragen mit der Dynamik einer Gameshow. Das Publikum wird Zeuge eines Wettkampfs, in dem es nicht um Stärke, Geld oder Ruhm geht, sondern um die Fähigkeit, sich zu verändern. Denn der Einsatz ist hoch: Wer an destruktiven Männlichkeitsphantasien festhält, fliegt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Lovefuckers sind Anna Menzel, Ivana Sajević und Annemie Twardawa. Auf der Spur von Grenzgänger*innen, Outlaws und Revolutionen mischen sie Pop mit Puppen, Performance und Projektionen. Seit ihrer Gründung 2009 in Berlin haben sie es sich zum Ziel gesetzt, auch im Abgrund, wo alles krankt, noch nach Liebe zu suchen, um dem ganzen Dreck ein bisschen Glanz zu verleihen.
Mitwirkende
Spiel, Regie: Anna Menzel, Ivana Sajević, Annemie Twardawa | Endregie/Outside Eye: Emilie Jedwab Wroclawski | Regieassistenz: Sophie Freimüller | Dramaturgie: Tim Sandweg | Szenografie: Lisette Schürer | Puppenbau: Noura Hana Leder, Madita Kuhfuhs | Kostüme: Susann Kotte-Opitz | Musik: Manfred Engelmayr | Produktion: Annemie Twardawa | Lichtdesign: Werner Wallner | Tech Support: Frieder Miller | Audiodeskription: Swantje Henke | Grafik: Jennifer Kroftova
Premiere: 9.10.2026, Schaubude Berlin
Dauer: ca. 75 Minuten
Preise
14.
Intergalaktische Gameshow von den Lovefuckers
Intergalaktische Gameshow von den Lovefuckers
Inhalt
In einer gnadenlosen Spielshow treten die Kandidaten gegeneinander an. Ihre Aufgabe klingt einfach – ist aber vielleicht die schwerste überhaupt: Sie müssen lernen, ihre eigenen Vorstellungen von Männlichkeit zu überwinden. Denn am Ende entscheidet sich nicht nur, wer gewinnt. Es entscheidet sich, ob unsere Welt, wie wir sie kennen, noch eine Chance hat. Wer schafft es, die alten Muster hinter sich zu lassen? Wer hält krampfhaft an ihnen fest? Und was passiert, wenn der größte Gegner gar nicht der Mitspieler ist, sondern das eigene Rollenbild? Inspiriert von den Analysen des Kulturwissenschaftlers Klaus Theweleits begeben sich die Lovefuckers auf eine Spurensuche nach den Ursprüngen destruktiver Männlichkeit. Warum erscheint Härte oft attraktiver als Verletzlichkeit? Weshalb wird Fürsorge noch immer als Schwäche gelesen? Und warum fällt es manchen so schwer, auf den Zug aufzuspringen, der unsere Zukunft retten könnte – den des Feminismus?
Mit scharfem Witz, virtuosem Puppenspiel und überraschenden Wendungen verbinden die Lovefuckers philosophische Fragen mit der Dynamik einer Gameshow. Das Publikum wird Zeuge eines Wettkampfs, in dem es nicht um Stärke, Geld oder Ruhm geht, sondern um die Fähigkeit, sich zu verändern. Denn der Einsatz ist hoch: Wer an destruktiven Männlichkeitsphantasien festhält, fliegt. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Lovefuckers sind Anna Menzel, Ivana Sajević und Annemie Twardawa. Auf der Spur von Grenzgänger*innen, Outlaws und Revolutionen mischen sie Pop mit Puppen, Performance und Projektionen. Seit ihrer Gründung 2009 in Berlin haben sie es sich zum Ziel gesetzt, auch im Abgrund, wo alles krankt, noch nach Liebe zu suchen, um dem ganzen Dreck ein bisschen Glanz zu verleihen.
Mitwirkende
Spiel, Regie: Anna Menzel, Ivana Sajević, Annemie Twardawa | Endregie/Outside Eye: Emilie Jedwab Wroclawski | Regieassistenz: Sophie Freimüller | Dramaturgie: Tim Sandweg | Szenografie: Lisette Schürer | Puppenbau: Noura Hana Leder, Madita Kuhfuhs | Kostüme: Susann Kotte-Opitz | Musik: Manfred Engelmayr | Produktion: Annemie Twardawa | Lichtdesign: Werner Wallner | Tech Support: Frieder Miller | Grafik: Jennifer Kroftova
Premiere: 9.10.2026, Schaubude Berlin
Dauer: ca. 75 Minuten
Preise
15.
Live geschrieben & performt / missingdots
Live geschrieben & performt / missingdots
Inhalt
Das Dresdner Theaterkollektiv missingdots wagt im Impro-Format ein Experiment, das live in vier Folgen mit vielen Überraschungen im Societaetstheater zu erleben ist. Vier Autor*innen sind zu Gast, in jeder Ausgabe ein*e andere*r. Sie schreiben live Texte, die aus dem Stand in einer Performance umgesetzt und auf die Bühne gebracht werden. Autor*innen und Spielerinnen werfen die Impulse hin und her – und niemand weiß, was als nächstes passiert! Ihr Thema ist das Verschwinden in all seinen verschiedenen Dimensionen. Das Verschwinden als Sehnsucht, nicht da zu sein. Als Fluchtmöglichkeit. Als Chance sich zu verwandeln oder die Vergangenheit zu überschreiben. Die Autor*innen Giorgio Ferretti, Ika Elvau, Lene Albrecht und Ricardas Kiel stürzen sich ins Abenteuer – und wir sind sehr gespannt und live dabei.
Zu Gast sind:
#1: 26.04.2026
Giorgio Ferretti (Leipzig) ist Autor und Herausgeber. Er schreibt genreübergreifend, mit und über Grammatikfehler. Aktuell beschäftigen ihn Jahreszeiten, Bewegungen und die Frage, wie beide ineinandergreifen. Für seine Texte erhielt er unter anderem den exil-Dramatiker*innenpreis und den WORTMELDUNGEN-Förderpreis. Sein Theaterstück »America« wurde 2023 am Schauspiel Leipzig uraufgeführt. Giorgio Ferretti ist der aktuelle Chefredakteur der renommierten Leipziger Literaturzeitschrift Edit.
#2: 07.06.2026
Ika Elvau (Leipzig) schreibt Kurzgeschichten und Gedichte aus dem Alltag eines Hermaphroditen. Ansonsten setzt sich Ika auch aktivistisch dafür ein das Inter* rechtlich und gesellschaftlich anerkannt werden. Ika wohnt mit einer Katze zusammen und trinkt viel Mate.
#3: 27.09.2026
Lene Albrecht (Berlin) schreibt Romane, Hörspiele und Essays. 2019 erschien ihr Debütroman »Wir, im Fenster«, 2024 folgte »Weiße Flecken«. Als Teil des Kollektivs von »Writing with CARE/RAGE«, setzte sie sich für die Vereinbarkeit von künstlerischer Arbeit und Sorgearbeit ein. »wir kommen« erschien als Kollektiv-Roman zu weiblicher* Lust. Zuletzt entstand mit »Kamina« eine Doku-Fiction für Deutschlandfunk Kultur. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität Viadrina denkt sie unter anderem mit Studierenden darüber nach, was Schreiben im Zeitalter von KI bedeutet.
#4: 15.11.2026
Ricardas Kiel (ri/es, Leipzig) hält Schreibgruppen, tüftelt mit Menschen an deren Websites und Newslettern, schickt wöchentlich Briefe und veröffentlicht Mini-Essays in einem digitalen Garten, schnitzt im Winter Löffel und schwimmt im Sommer im See. Zuletzt erschien von Ricardas 2022 der Gedichtband »Tante Alles« bei hochroth München.
Das Theaterkollektiv missingdots hat seinen Sitz in Dresden. Es arbeitet mit professionellen Künstler*innen in wechselnden Konstellationen. Seit 2019 setzt es den Fokus auf zeitgenössische Texte. Zusätzlich zu Inszenierungen für die Bühne erarbeitet missingdots Kurzstücke, Pop-ups, szenische Lesungen und auditive Formate, die eine performative künstlerische Umsetzung verfolgen.
Mitwirkende
Autor*innen: Giorgio Ferretti (26.04.), Ika Elvau (07.06.), Lene Albrecht (27.09.), Ricardas Kiel (15.11.) | Schauspiel: Julia Amme, Laila Nielsen (26.04., 27.09., 15.11.), Elisabeth Pleß (07.06.) | Szenografie: Elisabeth Schiller-Witzmann
Die Produktion entstand 2026 in Kooperation mit dem Societaetstheater.
Dauer: ca. 60 Minuten
Preise
17.
Shir Ha Shirim – Cantar de los Cantares – Lied der Lieder
Shir Ha Shirim – Cantar de los Cantares – Lied der Lieder
Inhalt
Liebe ist stärker als der Tod! Dieses Programm mit Musik und Poesie versammelt Lieder aus jüdischen Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus, lateinamerikanische Lieder aus Situationen des Lebens in der Diktatur, den Mauthausen-Zyklus von Mikis Theodorakis, die berühmte Todesfuge des jüdischen Dichters Paul Celan mit Musik von Johann Sebastian Bach und das Lied von der Moldau von Bertolt Brecht/ Hanns Eisler. Es werden wie selbstverständlich Bögen geschlagen ins Hier und Heute, voller Schmerz aber auch Hoffnung.
Menschlicher Gesang und das Spiel der Instrumente als Klage und als Eintreten für die Würde von Opfern grausamer Gewalt und Entmenschlichung, aber auch als Aufstand gegen Mutlosigkeit, als Vision von einem friedlichen Leben. Lieder voller Kraft in Klage und Freude. Musik und Poesie als konkreter Ausdruck der Lebendigkeit und des Eintretens für Liebe in einer Welt der Gleichgültigkeit und des Hasses.
Mitwirkende
Musik: Paul Hoorn (Gesang, Akkordeon, Sprache), Klara Fabry (Klarinette, Gesang), Pablo Gomez (Gesang, Gitarre), Anna von Koch (Cello, Gesang), Karolina Petrova (Gesang, Mandoline, Violine, Bassukulele)
Dauer: ca. 2 Stunden (inkl. Pause)
Preise
20.
Natalja Kljutscharjowa / Fabian Gerhardt
Natalja Kljutscharjowa / Fabian Gerhardt
Inhalt
Das Tagebuch beginnt am Tag des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine. Von diesem Moment an hält die russische Schriftstellerin Natalja Kljutscharjowa in unzähligen Miniaturen fest, was um sie herum geschieht und was sie selbst tut, denkt und fühlt – pendelnd zwischen Wut und Trauer, Ohnmacht und Protest. Und sie beschreibt mit großer Genauigkeit die Verwerfungen innerhalb der russischen Gesellschaft: den wachsenden Graben zwischen denen, die den Krieg befürworten, und jenen, die sich mit ihrem Protest in Gefahr für Leib und Leben bringen. Kljutscharjowa wird damit zur Stimme für einen Teil der russischen Zivilgesellschaft, der im aktuellen Diskurs kaum noch zu hören ist: derjenigen, die gegen den Krieg und gleichzeitig von permanenten Schuldgefühlen geplagt sind. Fast nebenbei schildert der Text auch die schleichende Auflösung der Zivilgesellschaft durch Propaganda und Netzpolemik. Dass die Autorin nach der Veröffentlichung des Buches Russland umgehend verlassen musste und nun in Deutschland im Exil lebt, ist eine traurige Pointe.
Die Schauspielerin Anastasia Gubareva nähert sich in der Regie von Fabian Gerhardt dem Text durch das Prisma ihrer eigenen Biografie: als Russin, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt, und durch die Ereignisse der letzten Jahre in permanentem Konflikt mit einer Heimat lebt, die keine mehr ist: »Ich kann mir nur ausmalen, was es bedeutet, heute in Russland zu leben, im Moment fahre ich nicht einmal mehr hin. Vor kurzem fragte mich jemand, was ich an Russland mag und ich konnte die Frage nicht mehr beantworten, mir ist in dem Moment buchstäblich nichts eingefallen. Das ist ziemlich traurig.«
Mitwirkende
Schauspiel: Anastasia Gubareva | Regie: Fabian Gerhardt | Ausstattung: Michael Graessner | Text: Natalja Kljutscharjowa | Fassung: Fabian Gerhardt, Anastasia Gubareva | Übersetzung: Ganna Maria Braungardt | Übertitel: Lotte Thierbach | Produktionsleitung: Daniela Guse | Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin
In Koproduktion mit dem TD Berlin. Premiere: April 2025
Dauer: ca. 75 Minuten
Preise
21.
Natalja Kljutscharjowa / Fabian Gerhardt
Natalja Kljutscharjowa / Fabian Gerhardt
Inhalt
Das Tagebuch beginnt am Tag des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine. Von diesem Moment an hält die russische Schriftstellerin Natalja Kljutscharjowa in unzähligen Miniaturen fest, was um sie herum geschieht und was sie selbst tut, denkt und fühlt – pendelnd zwischen Wut und Trauer, Ohnmacht und Protest. Und sie beschreibt mit großer Genauigkeit die Verwerfungen innerhalb der russischen Gesellschaft: den wachsenden Graben zwischen denen, die den Krieg befürworten, und jenen, die sich mit ihrem Protest in Gefahr für Leib und Leben bringen. Kljutscharjowa wird damit zur Stimme für einen Teil der russischen Zivilgesellschaft, der im aktuellen Diskurs kaum noch zu hören ist: derjenigen, die gegen den Krieg und gleichzeitig von permanenten Schuldgefühlen geplagt sind. Fast nebenbei schildert der Text auch die schleichende Auflösung der Zivilgesellschaft durch Propaganda und Netzpolemik. Dass die Autorin nach der Veröffentlichung des Buches Russland umgehend verlassen musste und nun in Deutschland im Exil lebt, ist eine traurige Pointe.
Die Schauspielerin Anastasia Gubareva nähert sich in der Regie von Fabian Gerhardt dem Text durch das Prisma ihrer eigenen Biografie: als Russin, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt, und durch die Ereignisse der letzten Jahre in permanentem Konflikt mit einer Heimat lebt, die keine mehr ist: »Ich kann mir nur ausmalen, was es bedeutet, heute in Russland zu leben, im Moment fahre ich nicht einmal mehr hin. Vor kurzem fragte mich jemand, was ich an Russland mag und ich konnte die Frage nicht mehr beantworten, mir ist in dem Moment buchstäblich nichts eingefallen. Das ist ziemlich traurig.«
Mitwirkende
Schauspiel: Anastasia Gubareva | Regie: Fabian Gerhardt | Ausstattung: Michael Graessner | Text: Natalja Kljutscharjowa | Fassung: Fabian Gerhardt, Anastasia Gubareva | Übersetzung: Ganna Maria Braungardt | Übertitel: Lotte Thierbach | Produktionsleitung: Daniela Guse | Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin
In Koproduktion mit dem TD Berlin. Premiere: April 2025
Dauer: ca. 75 Minuten
Preise
23.
Ein weihnachtlicher New-York-Krimi von Victoria Bertrams aka Beate Baum
Ein weihnachtlicher New-York-Krimi von Victoria Bertrams aka Beate Baum
Inhalt
Alles scheint leicht, als Sängerin Ines Behrendt und Gitarrist John Raymond über die Feiertage nach New York reisen: volle Pubs und begeisterte Gäste, die ihre Version des Songs »Fairytale of New York« feiern. Aber die Stimmung trügt. Ines beobachtet eine verdächtige Geldübergabe. Offensichtlich steckt die nette Wirtin Erin in Schwierigkeiten. Um ihr zu helfen, greift John zu zweifelhaften Methoden aus seiner Vergangenheit. Der neue Krimi von Victoria Bertrams steckt voller Musik. Da passt es, dass die Buchpremiere von der bekannten Band enVivo in der Duoformation begleitet wird.
Hinter Victoria Bertrams steht die Dresdner Journalistin und Autorin Beate Baum. Unter dem Pseudonym erschien bereits der erfolgreiche Irland-Krimi »Eileens Ende«, die Vorgeschichte von »Zwischen den Jahren«. »Es ist eine Gabe von Victoria Bertrams, einen direkt und ganz haptisch mitzunehmen in ihre Erzählungen. Ein wunderbar leichter wie auch tiefer Krimi, dessen Bilder und Klänge einem noch lange in Kopf, Herz und Ohr bleiben«, meint Jazzsängerin Esther Kaiser.
Die Band enVivo mit der auf den Philippinen geborenen, in Spanien aufgewachsenen Sängerin Alexandra Kayser steht für anspruchsvollen Singer-Songwriter Pop, Latin und Folk. Ihre Songs begleiten die Lesung und verleihen ihr eine eigene, intensive Atmosphäre – passend zum weihnachtlichen New York.
Mitwirkende
Lesung: Victoria Bertrams (aka Beate Baum) | Musik: Alexandra Kayser (Gesang, Akustikgitarre), Marcus Hetzel (E-Gitarre, Gesang) | Verlag: Redstart Verlag
Dauer: ca. 2 Stunden (mit Pause)
Preise
24.
Inhalt
Ferdinand Büchner ist ein junger deutscher Jazzsänger und Pianist. Seine Stimme verschreibt sich einem lyrischen, fragilen Sound und einer stilistischen Offenheit und Neugier. Während seines Musikstudiums in Dresden formierte sich Ferdinands Quartett, das sich v.a. seinen Eigenkompositionen und Vertonungen deutscher Lyrik widmet. Doch auch Bearbeitungen von Jazzstandards und anderen Songs finden Eingang ins Repertoire des Quartetts. Die vier Musiker erschaffen eine ungeheure Dynamik, in der sich intime und raue Klänge abwechseln und die das Publikum tiefgreifend bewegt.
Das Debut-Album »Nacht« vermischt Eigenkompositionen mit Bearbeitungen, Lyrikvertonungen mit Instrumentalem, Komposition mit Improvisation. Nahezu alle Stücke der CD verbindet jedoch ein thematischer Bezug zur Nacht. Es ist ein Album über Licht und Dunkel, über Ruhe und Sturm, über das Leben und den Tod. Viel Freude beim Versinken in der Musik und beim Träumen!
Mitwirkende
Gesang und Klavier: Ferdinand Büchner | Tenorsaxophon: Hannes Kempa | Kontrabass: Ivan Scholz | Schlagzeug: Pablo Santamaria Navarro
Dauer: ca. 100 Minuten inkl. Pause
Preise
27.
Cie. Freaks und Fremde feat. Anmut, Mühe, Leidenschaft, Verstand
Cie. Freaks und Fremde feat. Anmut, Mühe, Leidenschaft, Verstand
Inhalt
Im Zentrum steht der Mensch und Komponist Hanns Eisler: rundum widersprüchlich, gewitzt, kämpferisch und voller Sehnsucht - ein entsetzlich kleiner Mann in einer grotesk großen Welt. Auf allen Straßen der Welt werden seine Lieder gesungen, doch in Hollywood gibt es für ihn trotz Oscar-Nominierung kein Happy End. Im Kalten Krieg erstarren seine Träume. Eislers Leben und Werk sind geprägt von den kulturellen Umwälzungen seiner Zeit, von politischem Kampf, von Flucht und Exil und dem eigenen Anspruch, Nützliches zu schaffen, im Ringen um eine Kunst, die Menschen zu erkennen und zu verändern vermag. Aus der Collage ausgewählter Lieder und überraschenden szenischen Elementen, animierten Video-Projektionen und Puppentheater entsteht das Porträt eines außergewöhnlichen Komponisten.
Hanns Eislers Kompositionen sind vielgestaltig, herausfordernd und äußerst lebendig. Er vertonte Gedichte und Zeitungsnotizen, schrieb fürs Theater, Arbeiterchöre und Solisten, für Laien und professionelle Instrumentalensembles. Seine Musik dröhnte aus Kinolautsprechern und schallte auf Straßendemonstrationen. Er füllte Konzertsäle und brachte in Kneipen die Leute zum Lachen.
Zeit seines Lebens beschäftigte er sich in Theorie und Praxis mit Musik und ihrer kulturellen Funktion. Er sah sich selbst als Genie, war aber auch stets ein Zweifler in eigener Sache. Ein Mensch, der Widersprüche liebte und lebte und zu einem der umstrittensten Künstler des 20. Jahrhunderts wurde. Sein Leben und Werk dokumentiert die Geschichte Europas des letzten Jahrhunderts, die sich durch die Gräben des ersten Weltkriegs hinein in Revolutionen, Wirtschaftskrise und Diktaturen des Terrors kämpft und nach der Zerschlagung Nazideutschlands schließlich in den großen ideologischen Fronten des Kalten Krieges erstarrt. Als junger Komponist kritisiert er den etablierten Kunstbetrieb und dessen Aufführungspraxis, befragt die Rolle des Künstlers und der Kunst in der Gesellschaft und fordert nicht weniger als eine Revolutionierung der Musik.
Er will als Künstler »Nützliches« schaffen, stellt individuelle Ambitionen hintan und verbindet seine musikalische Arbeit mit dem Kampf gegen Krieg und soziale Ungerechtigkeit, für eine bessere, friedvollere Welt. Sein geschätzter Lehrer Arnold Schönberg würde ihm dafür am liebsten den Hintern versohlen. Die Arbeiter aber greifen seine - ihre - neue revolutionäre Musik begeistert auf, singen sie weltweit auf den Straßen, später auch in den Schützengräben Spaniens. Den Nationalsozialisten taugen die bekannten Melodien für die eigene Propaganda. Da reicht ein Verweis unter dem neuen Text, den Abdruck der Noten kann man sich sparen. Der Komponist landet auf der schwarzen Liste. Für Hanns Eisler beginnt, wie für zahlreiche seiner Zeitgenossen eine Odyssee. Über viele Stationen und Hindernisse findet er schließlich in den USA einen Ort, an dem er leben und arbeiten kann.
Eisler verankert sich - im Widerspruch zum dem schicksalhaft ‚Geworfen-seins‘ des Exils - verortet sich musikalisch buchstäblich an einem anderen Standpunkt, gießt die alten eigenen kulturellen Wurzeln, gräbt in neuer Erde. Es schreibt gegen die Sinnlosigkeit und die Leere an, notiert Momentaufnahmen von Stimmungen, Erinnerungen und Erfahrungen der Exilanten und Kompositionen für eine unbekannte Zukunft.
Auch die produktive Zusammenarbeit mit dem Dichter und Dramatiker Bertolt Brecht wird hier fortgesetzt. So beschreiben die beiden Künstler in den ‚Hollywood-Elegien‘ die Konfrontation mit dem Phänomen Hollywood, wo hinter den Fassaden der Traumfabriken die Abgründe der ungeschminkten kapitalistischen Filmindustrie im Zentrum der amerikanischen Kultur klaffen.
Mit der Zeit wird in Amerika sein Fachwissen geschätzt, sichern Filmaufträge seinen Lebensunterhalt, werden zwei seiner Filmmusiken sogar für den Oskar nominiert. Bleiben kann er jedoch auch hier nicht. Knapp zwei Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kündigt die wachsende antikommunistischen Paranoia in Amerika den Kalten Krieg an: Er sei der »Karl Marx der Musik« und so wird Hanns Eisler des Landes verwiesen.
Er siedelt sich in der DDR an, wo er eine Professur bekommt, an der Gesamtausgabe seines Werks und mit Brecht arbeiten kann. Während man seine avantgardistischen Werke kaum aufführt und Hanns Eislers Faust in der Hölle formalistischer Kulturpolitik verschmort, wird der Komponist der Nationalhymne himmelhoch oben auf einem Sockel abgestellt.
Das widerspruchsvolle Leben dieses Mannes und seines vielfältigen Werkes ist ein gefundenes Fressen für die Compagnie Freaks und Fremde und ihre kritische Auseinandersetzung mit der Welt. Eisler inspiriert zu einer Suche nach unsentimentaler Poesie, die sich im Spannungsfeld zwischen Text und Ton verbirgt. Im besten Sinne gute Unterhaltung: anregend und vielleicht etwas unbequem.
Mitwirkende
Künstlerische Leitung, Szenografie, Performance: Sabine Köhler, Heiki Ikkola | Musikalische Leitung, Live-Musik: Frieder Zimmermann | Special Guest: Tobias Herzz Hallbauer | Videoschnitt, Projektionen: Beate Oxenfart | Technische Leitung, Lichtdesign: Josia Werth | Mitarbeit Regie, Dramaturgie: Jörg Lehmann | Kamera, Vorproduktion: Eckart Reichl | Gastmusikerinnen Studioproduktion: Anna Katharina Schumann, Anna Zepnick | Sprecher Studioproduktion: Boris Schwiebert | Mitarbeit Bühnenbild: Anett Bauer | Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Autor*innen AD: Kadir Tuerkyilmaz (blind), Sylvia Freitag und Paula Oevermann (beide sehend) | Redaktion: Matthias Huber (sehend) | Die AD ist entstanden im Rahmen des Projekts Access Maker von Unlabel Köln.
Premiere: 09.11.2024, Societaetstheater
Dauer: ca. 80 Minuten
Preise
28.
Cie. Freaks und Fremde feat. Anmut, Mühe, Leidenschaft, Verstand
Cie. Freaks und Fremde feat. Anmut, Mühe, Leidenschaft, Verstand
Inhalt
Im Zentrum steht der Mensch und Komponist Hanns Eisler: rundum widersprüchlich, gewitzt, kämpferisch und voller Sehnsucht - ein entsetzlich kleiner Mann in einer grotesk großen Welt. Auf allen Straßen der Welt werden seine Lieder gesungen, doch in Hollywood gibt es für ihn trotz Oscar-Nominierung kein Happy End. Im Kalten Krieg erstarren seine Träume. Eislers Leben und Werk sind geprägt von den kulturellen Umwälzungen seiner Zeit, von politischem Kampf, von Flucht und Exil und dem eigenen Anspruch, Nützliches zu schaffen, im Ringen um eine Kunst, die Menschen zu erkennen und zu verändern vermag. Aus der Collage ausgewählter Lieder und überraschenden szenischen Elementen, animierten Video-Projektionen und Puppentheater entsteht das Porträt eines außergewöhnlichen Komponisten.
Hanns Eislers Kompositionen sind vielgestaltig, herausfordernd und äußerst lebendig. Er vertonte Gedichte und Zeitungsnotizen, schrieb fürs Theater, Arbeiterchöre und Solisten, für Laien und professionelle Instrumentalensembles. Seine Musik dröhnte aus Kinolautsprechern und schallte auf Straßendemonstrationen. Er füllte Konzertsäle und brachte in Kneipen die Leute zum Lachen.
Zeit seines Lebens beschäftigte er sich in Theorie und Praxis mit Musik und ihrer kulturellen Funktion. Er sah sich selbst als Genie, war aber auch stets ein Zweifler in eigener Sache. Ein Mensch, der Widersprüche liebte und lebte und zu einem der umstrittensten Künstler des 20. Jahrhunderts wurde. Sein Leben und Werk dokumentiert die Geschichte Europas des letzten Jahrhunderts, die sich durch die Gräben des ersten Weltkriegs hinein in Revolutionen, Wirtschaftskrise und Diktaturen des Terrors kämpft und nach der Zerschlagung Nazideutschlands schließlich in den großen ideologischen Fronten des Kalten Krieges erstarrt. Als junger Komponist kritisiert er den etablierten Kunstbetrieb und dessen Aufführungspraxis, befragt die Rolle des Künstlers und der Kunst in der Gesellschaft und fordert nicht weniger als eine Revolutionierung der Musik.
Er will als Künstler »Nützliches« schaffen, stellt individuelle Ambitionen hintan und verbindet seine musikalische Arbeit mit dem Kampf gegen Krieg und soziale Ungerechtigkeit, für eine bessere, friedvollere Welt. Sein geschätzter Lehrer Arnold Schönberg würde ihm dafür am liebsten den Hintern versohlen. Die Arbeiter aber greifen seine - ihre - neue revolutionäre Musik begeistert auf, singen sie weltweit auf den Straßen, später auch in den Schützengräben Spaniens. Den Nationalsozialisten taugen die bekannten Melodien für die eigene Propaganda. Da reicht ein Verweis unter dem neuen Text, den Abdruck der Noten kann man sich sparen. Der Komponist landet auf der schwarzen Liste. Für Hanns Eisler beginnt, wie für zahlreiche seiner Zeitgenossen eine Odyssee. Über viele Stationen und Hindernisse findet er schließlich in den USA einen Ort, an dem er leben und arbeiten kann.
Eisler verankert sich - im Widerspruch zum dem schicksalhaft ‚Geworfen-seins‘ des Exils - verortet sich musikalisch buchstäblich an einem anderen Standpunkt, gießt die alten eigenen kulturellen Wurzeln, gräbt in neuer Erde. Es schreibt gegen die Sinnlosigkeit und die Leere an, notiert Momentaufnahmen von Stimmungen, Erinnerungen und Erfahrungen der Exilanten und Kompositionen für eine unbekannte Zukunft.
Auch die produktive Zusammenarbeit mit dem Dichter und Dramatiker Bertolt Brecht wird hier fortgesetzt. So beschreiben die beiden Künstler in den ‚Hollywood-Elegien‘ die Konfrontation mit dem Phänomen Hollywood, wo hinter den Fassaden der Traumfabriken die Abgründe der ungeschminkten kapitalistischen Filmindustrie im Zentrum der amerikanischen Kultur klaffen.
Mit der Zeit wird in Amerika sein Fachwissen geschätzt, sichern Filmaufträge seinen Lebensunterhalt, werden zwei seiner Filmmusiken sogar für den Oskar nominiert. Bleiben kann er jedoch auch hier nicht. Knapp zwei Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kündigt die wachsende antikommunistischen Paranoia in Amerika den Kalten Krieg an: Er sei der »Karl Marx der Musik« und so wird Hanns Eisler des Landes verwiesen.
Er siedelt sich in der DDR an, wo er eine Professur bekommt, an der Gesamtausgabe seines Werks und mit Brecht arbeiten kann. Während man seine avantgardistischen Werke kaum aufführt und Hanns Eislers Faust in der Hölle formalistischer Kulturpolitik verschmort, wird der Komponist der Nationalhymne himmelhoch oben auf einem Sockel abgestellt.
Das widerspruchsvolle Leben dieses Mannes und seines vielfältigen Werkes ist ein gefundenes Fressen für die Compagnie Freaks und Fremde und ihre kritische Auseinandersetzung mit der Welt. Eisler inspiriert zu einer Suche nach unsentimentaler Poesie, die sich im Spannungsfeld zwischen Text und Ton verbirgt. Im besten Sinne gute Unterhaltung: anregend und vielleicht etwas unbequem.
Mitwirkende
Künstlerische Leitung, Szenografie, Performance: Sabine Köhler, Heiki Ikkola | Musikalische Leitung, Live-Musik: Frieder Zimmermann | Special Guest: Tobias Herzz Hallbauer | Videoschnitt, Projektionen: Beate Oxenfart | Technische Leitung, Lichtdesign: Josia Werth | Mitarbeit Regie, Dramaturgie: Jörg Lehmann | Kamera, Vorproduktion: Eckart Reichl | Gastmusikerinnen Studioproduktion: Anna Katharina Schumann, Anna Zepnick | Sprecher Studioproduktion: Boris Schwiebert | Mitarbeit Bühnenbild: Anett Bauer | Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Autor*innen AD: Kadir Tuerkyilmaz (blind), Sylvia Freitag und Paula Oevermann (beide sehend) | Redaktion: Matthias Huber (sehend) | Die AD ist entstanden im Rahmen des Projekts Access Maker von Unlabel Köln.
Premiere: 09.11.2024, Societaetstheater
Dauer: ca. 80 Minuten
Preise
29.
Inhalt
Ein singender, klingender Schlussstrich unters Jahr. Und nun sogar unter 25 Jahre Weihnachten im Sitzen. Über den Konzerten weht ein vergnüglicher, frecher Hauch von Parodie auf hochtrabenden Weihnachtsliederpathos. Man nimmt sich nicht allzu ernst, was der musikalischen Perfektion keinen Abbruch tut. Ganz nonchalant wird der weihevolle Ernst der Vorweihnachtszeit unterlaufen. Den allerorts zu hörenden Hits mit saisonalem Bezug von hier und Übersee werden völlig neue Schleifchen umgebunden.
Die drei Vollblutschmusiker*innen verblüffen mit Können, verführen mit Witz und bestechen mit Geschmack. Allseits bekannte Weihnachtslieder in unerhörtem Gewand werden dem Trio bald schon einen Platz im »Guinnessbuch der Besinnlichkeit« sichern. Sie präsentieren ihr Programm mit überaus charmanter und sonderbar musikalischer Virtuosität.
Freuen Sie sich mit uns gemeinsam auf Gänsehaut und bezaubernde Weihnachtslieder!
Mitwirkende
Musik: Matthias Peuker (Drums, Waschbord, Gesang), Adrian Röbisch (Gitarre, Gesang), Marie Klein (Sousafon, Trompete, Gesang)
Dauer: ca. 120 Minuten