DANIELA DRÖSCHER »SPRECHEN«
Inhalt
Ein harmloses Mittel der Verständigung war Sprechen für die Schriftstellerin Daniela Dröscher nie. Als Kind einer Zugezogenen im Hunsrück zwischen Hochdeutsch und breitem Pfälzer Dialekt erwies sich Sprechen als ein so zweischneidiger Akt der Anpassung, dass sie lieber verstummte. Außerhalb des Privaten fehlte ihr auch später lange der Mut zum Einstehen für das eigene Wort, zu groß war die Angst davor, als Aufsteigerin erkannt oder missverstanden zu werden. Mit radikaler Offenheit erzählt sie von ihrer Emanzipation von einer schamhaft schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Dabei denkt sie darüber nach, ob nicht gerade die Bereitschaft zum Missverstehen die eigentliche Voraussetzung für wahres Verständnis und einen produktiven Gesellschaftsdialog sein könnte.
Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Sie schreibt Prosa, Essays und Theatertexte. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Trier und London promovierte sie an der Universität Potsdam zur Poetologie Yoko Tawadas. »Zeige deine Klasse« erschien 2018, »Lügen über meine Mutter« stand 2022 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien 2025 ihr Roman »Junge Frau mit Katze«.
Mitwirkende
Lesung: Daniela Dröscher | Moderation: Kathleen Gaube | Verlag: Hanser Berlin
Dauer: ca. 60 Minuten
frau* macht theater
- Voll:
- 12 Euro
- Ermäßigt:
- 9 Euro
- Soliticket:
- 30 Euro
Beim Ticketkauf online und bei einer Reservix-Vorverkaufsstelle fallen Gebühren an. Diese entfallen beim Kauf an unserer Theaterkasse.
Ergänzungen / Hinweise
Die Bühnenfassung von Daniela Dröschers Roman LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER ist am 26. & 27.02.2027 im Societaetstheater zu erleben.
Pressezitate
»Die Stärke dieses Essays liegt darin, unangestrengt vieles zu vereinen: Das Politische ebenso wie eigene Erfahrungen der Autorin. (…) Daniela Dröschers Essay ist selbst ein offenes Gesprächsangebot.« (Deutschlandfunk)
»Vom persönlichen Erleben ausgehend zieht sie weite Kreise in die Soziologie, die Literatur und in die Geschichte, um in unsere gestörte Sprech-Gegenwart zurückzukehren.« (Rolling Stone)
»Fundiert wissenschaftlich unterfüttert, inspiriert ›Sprechen‹, miteinander ins Gespräch zu kommen. Großzügig und präzise.« (Münchner Feuilleton)