Foto: Oliver Brkitsch

WIE ALLES BEGANN UND WER DABEI UMKAM

Der Autor Simon Urban im Gespräch mit Prof. Dr. Elisa Hoven

Lesung

Inhalt

Wo endet ein inselbegabter Jurastudent, der an den starren Regelwerken des Gesetzes verzweifelt und beschließt, das Recht selbst in die Hand zu nehmen? In einer Gefängniszelle! Was aber zwischendurch geschieht, ist so unglaublich und derart gnadenlos und witzig erzählt, dass einem die Luft wegbleibt. An diesem Abend, auf der Gartenbühne des Societaetstheaters, unterhält sich eine Strafrechtsexpertin mit einem Autor, dessen Protagonist das Deutsche Strafgesetzbuch als zu milde empfindet, daraufhin ein Inoffizielles Strafrecht der Bundesrepublik Deutschland (IStdGB) verfasst und es schließlich auch anwendet. Ein furioser Schelmenroman über einen Juristen, dem die Sicherungen durchbrennen: böse, treffsicher und extrem witzig.

Bereits als Kind findet der Held dieses Romans zur Juristerei: Er bereitet ein Verfahren gegen seine Großmutter vor, den Drachen der Familie – und verurteilt sie im Wohnzimmer in Abwesenheit zum Tode. Berufung: nicht möglich. Dass ein Jurastudium im beschaulichen Freiburg einem solchen Charakter nicht gut bekommt, ahnt man schnell. Auch hier kann er die Finger nicht von den Gesetzen lassen, und nimmt das Recht in die eigene Hand. Simon Urban gehört zu den großen, mutigen Erzähltalenten seiner Generation. In seinem dritten Roman entfesselt er eine furiose Geschichte um einen Außenseiter, der zum dunklen Rächer wird.

Der Schriftsteller Simon Urban hat für seinen neuen Roman gerade den Hamburger Buchpreis gewonnen.

Das Festival Literatur JETZT! präsentiert mit seinem Kooperationspartner, dem Societaetstheater, eine Warm Up-Veranstaltung zum eigentlichen Festival vom 22.-26. September 2021 im Zentralwerk. Simon Urban liest aus seinem dritten Roman und unterhält sich mit der Strafrechtsgelehrten Prof. Dr. Elisa Hoven über Fragen zu Recht und Gerechtigkeit. »Wie alles begann und wer dabei umkam« ist eine bitterböse Gesellschaftsanalyse und eine literarisch brillante Auseinandersetzung mit den Regelwerken, die unser aller Leben bestimmen. Wo sind Widerworte gegen das Gesetz gefragt – und wo eskaliert das eigene Ungerechtigkeitsempfinden in wahnwitzige Selbstjustiz? Eine Frage, die sich Simon Urbans Protagonist nie stellen würde, empfindet er sein Handeln doch als zutiefst gerecht, vor allem für die Hinterbliebenen oder die Geschädigten, für die er das schöne Wort »Mitopferschaft« erfindet.

Wir wünschen einen spannenden Abend in den Grauzonen der Justiz! Es moderiert der Historiker Eric Piltz.

Mitwirkende

Lesung und Gespräch: Simon Urban (Autor und Werbetexter), Prof. Dr. Elisa Marie Hoven (Professorin für Deutsches und ausländisches Strafrecht, Uni Leipzig) | Moderation: Eric Piltz | Eine Kooperation mit dem Festival Literatur JETZT!

Dauer: 90 Minuten

Montag I 07.06.2021 I 19:00 Uhr I Gartenbühne

Eine Kooperation mit dem Festival Literatur JETZT!

Vorverkauf:
12 Euro
Vorverkauf ermäßigt:
8 Euro
Abendkasse:
14 Euro
Abendkasse erm.:
10 Euro

Ergänzungen / Hinweise

Der Zugang zum Theater und Garten ist nur mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Testergebnis, vollständig geimpft oder genesen möglich. Als Nachweis sind Test-, Impf- oder Infektionsbescheinigungen (max. 6 Monate alt) gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original vorzulegen.

Pressezitate

„Bizarre Dialoge, exotische Szenerien, böse Pointen, unverblümte Erotik- und genüssliche Gewaltszenen dekorieren und variieren die satanische Grundidee, die -  man darf gern an Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“ oder an Aischylos‘ „Orestie“ denken - sehr geräumig ist und viel tragen kann. Dieses Buch will das Grunddilemma von Rache und Recht nicht auflösen - sondern nur damit spielen. Und dabei ist jemand mit viel guter Laune, sarkastischem Humor und flüssiger Intelligenz am Werk.“ (Frankfurter Rundschau)

„Zu Beginn von Simon Urbans neuem Buch fällt das Stichwort Schelmenroman. Der Ich-Erzähler bedauert, so etwas nicht schreiben zu können. Aber der Autor kann. Er kann es ganz fantastisch. (…) Wer googeln mag, was einen Schelmenroman ausmacht, findet die Zutaten hier virtuos gemischt: dramatische Episoden, sexuelle Details, Größenwahn. Das Buch ist keine Lektüre nach einem anstrengenden Tag. Zu viel würde man bei unkonzentriertem Lesen verpassen. Für Ausgeschlafene ist es ein Hochgenuss.“ (NDR)

Diese Veranstaltung wurde gefördert von