Grafik: Anett Bauer

DIE WANDERBOJE

Peschken & Pisarsky - Urban Art / Eine Aktion von #WOD - Weltoffenes Dresden

Machen Sie mit!

Inhalt

Die Wanderboje macht Ihre persönlichen Erlebnisse und Beobachtungen öffentlich! Vom 8. bis 13. Februar wird sie am Jorge Gomondai-Platz, am Hauptbahnhof, auf dem Theaterplatz, in Hellerau, in der Friedrichstadt, an den Elbwiesen und auf der Hauptstraße auftauchen und Passanten auf Ihre Gedanken zum jeweiligen Ort aufmerksam machen. Lesen Sie hier, wie Sie uns Ihre Geschichten mitteilen können...

Sie haben eine Geschichte zu einem der sieben genannten Orte? Schreiben Sie uns eine Mail wanderboje@societaetstheater.de oder SMS an 01777034064 mit Nennung des konkreten Ortes. Eine kurze Botschaft daraus erscheint dann auf der Wanderboje als LED-Laufschrift, wenn sie an diesem Ort zu Gast ist. Andere Passant*innen können dann ebenfalls ihre Erinnerungen und Geschichten senden und so entsteht ein Austausch der Geschichten sowie eine Markierung von Orten mit Geschichte(n). Die Wanderboje ist ein bedeutungsoffenes Anti-Denkmal, das von jedem Nutzer individuell für seine Zwecke programmiert werden kann.

Da die Boje eine mobile Skulptur ist, kann sie auch einen Platz Ihrer Wahl anfahren. Wo würden Sie die Boje in Dresden noch platzieren, um Wichtiges im Leben der Dresdner Stadtgeschichte in Erinnerung zu bringen?
Wir sind gespannt auf Ihre Erinnerungen und Gedanken!

Eure Geschichten findet ihr hier zum Nachlesen.

Anne Peschken und Marek Pisarsky arbeiten als Künstlerpaar seit 1988 unter dem Namen URBAN ART zusammen. Ihre Wanderboje kann im öffentlichen Raum quasi überall aufgestellt werden und schafft Gesprächspunkte, die je nach Anliegen und Fragestellung des Nutzers unterschiedliche Reflexionsräume schafft. Sie ist seit 2005 in immer wechselnden Zusammenhängen zu erleben, in Deutschland, Polen und der Schweiz. Die Arbeitsweise von Urban Art ist konzeptuell und ortsspezifisch. In ihrer künstlerischen Praxis bedienen sie sich unterschiedlicher Medien, Materialien und Techniken, die sich aus der Analyse der jeweiligen räumlichen Situation ergeben. Räume verstehen sie als vieldimensional und beschäftigen sich mit ihren gesellschaftlichen, urbanen, ästhetischen und historischen Aspekten, die sie ummischen und als Urban Streetworker im öffentlichen Raum neu verhandeln. Die Wiederverwertung und Umdeutung von Materialien im Sinne eines Re-cycling oder Up-cycling sind ein weiterer wichtiger Teil ihrer künstlerischen Strategie. Seit sie ihr Atelier aufs Land nach Polen verlegt haben, sind sie vermehrt im deutsch-polnischen Grenzraum aktiv.

Mitwirkende

Idee und Skulptur: Anne Peschken, Marek Pisarsky

Diese Aktion findet im Rahmen der »Woche des Erinnerns« vom 8. bis 13. Februar statt und in Zusammenarbeit mit der Initiative #WOD - Weltoffenes Dresden. Dieser offene Zusammenschluss der Dresdner Kulturinstitutionen interveniert fantasievoll für Freiheit, Demokratie und eine offene, solidarische Gesellschaft.

Dauer: ca. 480 Min.

Eintritt frei

Pressezitate

»Dieses Land steckt so voller  großer und kleiner Denkmäler, daß  es fast unmöglich ist, ihnen nicht ständig zu begegnen. Sie werden zur bedrängenden Last, unter der Erinnern als Handlung mehr und mehr zerdrückt wird. Sie sind da, aber lösen kaum noch etwas aus. Sie zu besichtigen, tagaus, tagein, gehört zum kulturellen Programm von Touristengruppen, das diesen  von heimattümelnden Klugscheißern aufgenötigt wird. Was kann getan werden gegen das Vergessen, welches Gleichgültigkeit nach sich zieht? Lebendige Vergewisserung von Geschichte tut Not, um Erinnerung zu einer bewegenden Kraft werden zu lassen. Insofern wäre die Wanderboje von URBAN ART als eine Intervention im Bereich jenes Kontexts von Erzählkultur zu verorten, den man in Deutschland allgemein mit dem etwas drögen Begriff »Erinnerungsarbeit« umschreibt. Wobei die Idee zur Wanderboje von URBAN ART geradezu das Gegenteil verkörpert von einer angestrengt tätigen und auf unterdrückter Selbstanklage basierenden Form der Vergewisserung eigener Erinnerung. URBAN ART setzen ganz auf das Erzählen als Mittel der Überlieferung, das Erzählen als Kultur, als Ausbildung, als Bewegung, als Aufforderung, nicht zu vergessen. Mit der Wanderboje soll weniger dem offiziell kommentierten historischen Mainstream als vielmehr der „unentdeckten, versteckten und unterdrückten« Geschichte vor Ort ... eine neue Möglichkeit der Erschließung gegeben, mithin die privaten Geschichten der Bürger öffentlich gemacht werden.« (Christoph Tannert | Katalogtext zur Wanderboje 2005)