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TRANSITRAUM

missingdots (Dresden)

Performance

Inhalt

Die Zuschauer*innen betreten den Raum und befinden sich im Transitbereich. Es riecht nach Heimaten. Gibt es das eigentlich, Heimat im Plural? Drei Bauzäune, 42 Euro-Norm-Kisten und etliche Projektionen genügen, Perspektiven zu wechseln und gemeinsam mit den zwei Performerinnen auf dem Weg zu sein. Was verlassen Menschen, wenn sie weggehen? Was nehmen sie mit und was brauchen sie nicht, dort, wo sie hingehen? Welche Grenzen müssen sie überwinden? Und ist man angekommen, wenn man die Vergangenheit vergessen hat oder wenn man in tadellosem Deutsch Briefe an die Rentenkasse schreiben kann? missingdots nimmt das Publikum mit durch eine interaktive Rauminstallation zum Thema Migration, Grenzüberschreitung, Ankommen und Begegnung. Fragen, Warten, Hoffnung. Wagen Sie den Perspektivwechsel!

»Missing Dots« ist ein Begriff aus der Druckersprache und bedeutet »fehlende Rasterpunkte«. Es sind fehlende Stellen im Druck, in denen die Druckfarbe aus den Näpfchen des Druckformzylinders nicht auf die Papier- oder Folienbahn übertragen wurde. Solche »Missing Dots« entstehen vorwiegend auf rauen oder unebenen Oberflächen des Bedruckstoffes oder auf schnell laufenden Tiefdruckmaschinen. Das Künstlerinnenkollektiv interessiert vor allem die fehlenden Punkte auf den rauen oder unebenen Flächen von Realität und Gesellschaft. Hier recherchieren und forschen sie, stellen Fragen und in Frage, um das so gewonnene Material interdisziplinär, performativ und szenisch sinnlich erfahrbar umzusetzen.

  Julia Amme studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Nach Engagements u. a. am Thalia Theater Hamburg, Stadttheater Gießen, Landesbühne Sachsen und den Freilichtspielen Schwäbisch Hall begann sie 2005 mit eigenen Produktionen. Seit 2010 ist sie Teil des Kollektivs missingdots (ehem. Theater La Lune), welches zu gesellschaftlich relevanten Themen recherchiert und sich fragend, forschend und provozierend damit auseinandersetzt, um daraus eine künstlerisch interdisziplinäre Umsetzung für Stücke und performative Aktionen zu entwickeln. Seit 2017 ist sie Mitglied im Landesverband Freie Theater Sachsen.

 

Katja Heiser studierte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und der Hogeschool for de Kunsten Utrecht. Sie lebt und arbeitet seitdem als freie Theatermacherin in Dresden und verwirklichte Produktionen mit professionellen und nicht-professionellen Spieler*innen mit Schwerpunkt auf Recherche und Stückentwicklung, zudem Inszenierungen in europäischen Projekten und interkulturellen Kontexten. Seit 2013 ist sie im Team von missingsdots.

 

Die Tänzerin und Choreografin Helena Fernandino absolvierte ihre Tanzausbildung in ihrer Heimat Brasilien und setzte sie in Europa fort. Parallel studierte sie Sprachwissenschaften. 2013 erhielt sie das Sächsische Staatsstipendium für die künstlerische Meisterklasse an der Palucca Schule für Tanz Dresden. Künstlerisch untersucht sie die Schnittstellen zwischen Tanz und kognitiver Linguistik mit Schwerpunkt auf somatischen Ansätzen der Bewegung. 2016 gründete sie zusammen mit dem Choreografen Wagner Moreira C.O.R.E. Dance Projects.

 

Svea Duwe ist bildende Künstlerin mit künstlerischem Fokus auf Installationen, performativen Videoarbeiten, Inszenierungen und skulpturalen Bewegungen im öffentlichen Raum. Sie studierte Bildhauerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn und diplomierte im Fach Freie Kunst an der HfBk Dresden. 2004 absolvierte sie ein Auslandssemester an der Statens Kunst Akademi in Oslo und war 2006-2008 Meisterschülerstudium an der HfbK Dresden. Duwe ist Lehrbeauftragte im Fachbereich Kunstpädagogik der TU-Dresden und ist seit 2019 Teil des Performancekollektivs missingdots. 2020 erhielt sie ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn.

 

Die Geschwister Franziska und Sophia Hoffmann arbeiten als Duo an installativen, medienübergreifenden Projekten mit den Schwerpunkten Urbanität und Technik. Ausstellungsorte ihrer Arbeiten sind u.a. GRASSI Museum Leipzig, Kunsthalle Erfurt, ICI Berlin, RischArt München, Playspace Gallery San Francisco. Sie realisieren Projektionen für die Bühne, zudem Visuals, Dokumentationen und Tanzvideos.

Mitwirkende

Künstlerisches Kollektiv: Julia Amme, Svea Duwe, Helena Fernandino, Katja Heiser, Sophia & Franziska Hoffmann, Nils Michael Weishaupt

Freitag I 25.09.2020 I 19:00 Uhr I Kleine Bühne

Premiere

Samstag I 26.09.2020 I 19:00 Uhr I Kleine Bühne
Samstag I 26.09.2020 I 21:00 Uhr I Kleine Bühne
Sonntag I 27.09.2020 I 19:00 Uhr I Kleine Bühne
Sonntag I 27.09.2020 I 21:00 Uhr I Kleine Bühne
Voll:
16,00 Euro
ermäßigt:
12,00 Euro
Schüler, Studenten, Theatercard:
6,50 Euro