Foto: Peter van Heesen

ROLLING STADTTHEATER

glanz&krawall (Berlin)

Straßentheater

Inhalt

Im Prekariatsblues des COVID-Winters wurde die Hochkultur inklusive der freien Theater-Combo »glanz&krawall« weiter subventioniert, während ihre Schwestern des trivialkulturellen Milieus politisch auf dem Abstellgleis landeten. All diese Seelenretter:innen – Kneiper*innen, Schausteller*innen, selbständige Tontechniker*innen, Musikschaffende, Nachtgestalten - wurden unsichtbar und stehen vor dem Ruin ihrer Existenz. Die Theater selbst schreien nicht auf, sondern erstarren hinter Mauern aus schwammigem Bildungsauftrag und unterhaltungsbefreiter Zone. RESET & RESTART, dachten sich die Berliner Company und baute in Eigenregie das ROLLING STADTTHEATER - einen rollenden Miniatur-Theatertanker auf einem einachsigen Alu-Anhänger, der sich an einen Transporter spannen und in jeder beliebigen Stadt im öffentlichen Raum auffalten lässt. Als fahrende Polis beherbergt es wie ein Puppenhaus die Bretter, die die Welt bedeuten mit Inspizient:innenpult, Auf-Tritt, Drehbühne, Kantine mit Zapfhahn und VOKÜ. WETTER-UPDATE: Am Donnerstag, 8.7., findet die Aufführung nicht auf dem Postplatz, sondern wegen Regenvorhersage im Socie-Foyer statt. Sie können wahlweise drinnen oder draußen unter den Restaurantschirmen trocken der Aufführungen folgen.

»glanz&krawall« sind eine freie Theaterkombo aus Berlin. Sie machen Musiktheater und Schauspiel – von der Hochkultur der Oper bis zur poetischen Verlorenheit eines Alleinunterhalters in der Dorfdisko. Darin sehen sie keinen Widerspruch der Könnerschaft sondern vermitteln vielmehr eine Egalität der Musiken, die Wagner ebenso auf einem Schrottplatz wie die Jahrmarktsorgel in der Oper sucht.

Sie suchen nach einem Musiktheater, das etwas über die Welt erzählt, in der wir leben und über jene, in der wir leben könnten. Dafür werden die Sänger*innen von der Leine gelassen und bilden Live-Band-Allianzen mit Schauspieler*innen, Performer*innen und Musiker*innen. Ihre Milieus sind verlorene Orte der Besiegten und Gezeichneten: eine Eckkneipe, ein leerstehender Bahnhof, Trinkerparks, Boxerhallen; ihre Geschichten meist die Geschichten von Verlierern, welche die List der Geschichte übersehen hat: Säufer*innen, Wrestler*nnen, Dauercamper*innen. die irgendwie abgeschlossen haben, die längst schon aufgegeben haben und die damit endlich bleiben dürfen, was sie schon sind.

»glanz&krawall« waren von 2017-2019 Mentee im Bereich Musik/Musiktheater des Performing Art Programm Berlin. 2019 initiierten und leiteten sie das Theater- und Musik-Festival BERLIN is not BAYREUTH. Im Juni 2020 wurden »glanz&krawall« im Programm RELOAD. Stipendien für Freie Gruppen der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Mitwirkende

Prinzipal Uwe Stuhrberg und Dresdner Locals
8. Juli: Dieter Beckert, Betty D. Fort, Frank Cabron, Christoball & Die Koketterie, Yaëlle Dorison, Kerstin Klauer-Hartmann, Veronika Kralacek, Falk Töpfer, Edgar Wiersocki
9. Juli: Scotty Böttcher, Ju von Dölzschen, Holger John, Lara Liqueur, Katharina Lorenz, Max Rademann, Tim Schreiber, Ulla Wacker, Una Shamaa
10. Juli: Klaus M. Braune, Wolf-Dieter Gööck, Kaddi Kutz, Katharina Latte, René Lütner, Isolde Matkey, MuNo DanceStudio, Mathis Nicolaus
Konzept und Bau: Dennis Depta, Stefanie Frauwallner, Raissa Kankelfitz, Vera Maria Kremers, Kara Schröder, Marielle Sterra, Felix Witzlau

Dauer: ca. 180 Min.

Eintritt bei Austritt:
Spenden Sie in den Hut.

Ergänzungen / Hinweise

Bringt ein Musikinstrument; egal, ob Trommel, Mundharmonika, Fahrradklingel oder Stimme, eine Melodie, ein Riff, eine Akkordfolge oder schönes Geschrammel, etwas zu trinken und ein wenig Hutgeld, denn die Aufführungen kosten keinen Eintritt.

Diese Veranstaltung wurde gefördert von