Foto: Andrin Winteler

MATTO REGIERT

Frei nach Friedrich Glauser

Schauspiel/ Puppentheater

Inhalt

Ein Stück mit Puppen und Menschen und eine Geschichte über die Grenzen des gesunden Menschenverstandes, mit vielerlei Lügen und mehr als nur einer Wahrheit.

Die psychiatrische Klinik Randlingen: eine kleine, geschlossene Welt, bevölkert mit Ärzten, Patienten und Pflegern. Schritte hallen durch die langen Gänge, Musik tropft durch die Ritzen der Wände, Schlüssel kreischen, Türen werden aufgerissen und fallen ins Schloss. Der saure Klang der Turmuhr kündigt einen neuen Tag an, der für einmal nicht routinemässig totgeschlagen wird, denn sowohl der Direktor Borstli als auch der Patient Pieterlen sind verschwunden und Wachtmeister Studer soll die Sache aufklären. Studer gerät in den Sog der Anstalt. Benebelt durch die suggestive Kraft von Chefarzt Dr. Laduner tastet er sich durch das Labyrinth der Abteilungen, wird von der eigenen Vergangenheit eingeholt und ringt mit Schatten. Auf der Suche nach einer vertretbaren Wahrheit entspinnt sich ein regelrechter Zweikampf zwischen dem Chefarzt und dem Fahnderwachtmeister der Berner Kantonspolizei.

»Eine Geschichte muss irgendwo spielen. Die meine spielt im Kanton Bern, in einer Irrenanstalt. Was weiter ...? Die Personen, die auftreten, sind frei erfunden. Man wird wohl noch Geschichten erzählen dürfen?«– so Glauser in der »notwendigen Vorrede« zu Matto regiert.

Das zweite Stück von DAKAR Produktion basiert auf dem dritten Wachtmeister-Studer-Roman von Friedrich Glauser aus dem Jahr 1936. Anna Karger, Delia Dahinden und Lukas Roth werden den Geschehnissen aber nicht allein ausgeliefert sein – auch diesmal stehen ihnen die Puppen wieder zur Seite und führen sie durch Mattos Reich.

Mitwirkende

Eine DAKAR Produktion | Regie: Dorothee Metz | Spiel: Delia Dahinden, Anna Karger, Lukas Roth | Dramaturgie: Gabi Mojzes, Anna Karger | Musik: Martin Schumacher | Bühne: Lukas Roth, Didi Berger | Puppen: Delia Dahinden | Licht / Technik: Michael Murr, Li Sanli, Andi Luchsinger | Fotos: Andrin Winteler | Grafik: Lars Klingenberg

Dauer: 80 Min.

Samstag I 12.06.2021 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal

IMPORT/EXPORT: Thik (CH) im Socie (D)

Voll:
16 €
Ermäßigt:
12 €
Schüler, Studenten, Theatercard:
6,50 €

Pressezitate

»Die Schweizer Formation Dakar Produktion, die schon in „Hin ist Hin“, ihrem Panoptikum der scheiternden Existenzen (…) in die 1920er und 30er Jahren eintauchte, legt auch in dieser neuen Inszenierung viel Wert auf Atmosphäre. Rund um ein genial einfaches und gleichzeitig vielseitiges Bühnenbild entfaltet sich die Krimihandlung um das Verschwinden des Anstaltsdirektors und eines Patienten (…) Im Mittelpunkt der klug gekürzten Bühnenfassung steht hier ebenso wenig wie im Roman das »whodunit«, sondern die Frage, wie verrückt, fremdbestimmt und wie einsam wir inner- und ausserhalb der Irrenhäuser sind. (…) Besonders mit dem blassen Trinker Herbert Caplaun und dem kleinen Pfleger Gilgen mit den riesigen Augen gelingen den drei Spielern berührende Szenen.« (Double- Zeitschrift für Puppen-, Figuren- und Objekttheater)

»Die eigensinnig und von drollig bis kauzig gestalteten Puppen bleiben nach diesem Theaterabend noch lange in der Erinnerung. Genau wie Matto, der mit den Patienten spielt wie mit Marionetten.« (Figura - Zeitschrift für Puppen- und Figurentheater)

»Dakar Produktion spielte MATTO REGIERT im La Marotte Am Schluss standen am vergangenen Freitag drei Personen zu Neunt auf der Bühne und bekamen begeisterten Beifall. Eigentlich müsste man sich das Stück mehrmals anschauen. Denn es ist extrem dicht: emotional, sprachlich, akustisch, visuell, inhaltlich, spielerisch… Die drei Schauspieler zeigten an diesem Abend in Affoltern höchste Professionalität. Sie wechselten von Schriftsprache in Dialekte, von Frauen- in Männerrollen, von Schauspielern zu Sprechern, Sängern und Puppenspielern, bauten gleichzeitig immer wieder die raffinierte Kulisse um, erzeugten Klänge und Geräusche und dies alles mit höchster Präzision und in hohem Tempo. Technisch anspruchsvoll, künstlerisch überzeugend und emotional aufwühlend – gerade deshalb, weil Wachtmeister Studer im Kontext einer psychiatrischen Klinik fragt: Was hat das mit uns zu tun?«. (Anzeiger vom Bezirk Affoltern)

Diese Veranstaltung wurde gefördert von