BLUT AM HALS DER KATZE

Rainer Werner Fassbinder/Cie. Freaks und Fremde (Dresden)

Figurentheater

Inhalt

Fassbinders liebevolle und gleichsam kritische Gesellschaftsstudie ist einerseits eine Reise zurück in die alte Bundesrepublik. Andererseits aber lädt die Cie. Freaks und Fremde mit der Inszenierung dazu ein, das Heute zu begreifen. Hier bilden zehn Personen exemplarisch eine ganze Gesellschaft ab, die geprägt ist von der Sehnsucht nach Liebe, Erfolg, aber genauso von gegenseitigen Verletzungen und Machtspielen. Die Inszenierung ist Thriller, Psychogramm und Tragikomödie zugleich, gespielt von zwei Darsteller*innen und vielen Puppen.

Über seine Hauptfigur sagt Rainer Werner Fassbinder: »Phoebe Zeitgeist ist von einem anderem Stern auf die Erde geschickt worden, um eine Reportage über die Demokratie der Menschen zu schreiben. Phoebe Zeitgeist hat aber Schwierigkeiten, sie versteht die Sprache der Menschen nicht, obwohl sie die Worte gelernt hat.«

Mitwirkende

Inszenierung, Spiel und Szenografie: Sabine Köhler, Heiki Ikkola | Mitarbeit Regie: Jörg Lehmann | Puppenbau: Sabine Köhler, Beate Oxenfart, Yvonne Dick | Musik: Daniel Williams | Lichtdesign: Josia Werth | Szenenfotos: André Wirsig

Dauer: ca. 80 Minuten

Freitag I 09.10.2020 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal

Premiere

Samstag I 10.10.2020 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal
Sonntag I 11.10.2020 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal
Mittwoch I 28.10.2020 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal
Donnerstag I 29.10.2020 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal
Freitag I 30.10.2020 I 20:00 Uhr I Gutmann-Saal
Voll:
16 Euro
ermäßigt:
12 Euro
Schüler, Studenten, Theatercard:
6,50 Euro

Ergänzungen / Hinweise

Alle Rechte beim Verlag der Autoren | Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und durch ein #takecare-Stipendium des Fonds Darstellende Künste

Pressezitate

»Die Inszenierung der Compagnie „Cie. Freaks und Fremde“ – der Theatergruppe des jetzigen Soci-Chefs Heiki Ikkola – feierte am 9. Oktober eine begeisternde Premiere. Ihr Trick, das Publikum in die außerirdische Beobachtersituation der Phoebe Zeitgeist zu positionieren, ist ihre ureigene Passion: faszinierendes Figurentheater. Selten war die Trennung von Sprache und Körperlichkeit so dienlich dem Verständnis der Grundbotschaft eines Textes. Auch die Modellhaftigkeit der schlaglichtartigen Szenen und Monologe wird durch das Spiel mit Puppen verstärkt.« (Sächsische Zeitung)

 

»Das Spiel von Köhler und Ikkola mit den Puppen ist großartig, stimmig sind die Musik, das Lichtdesign, viele Szenen ziehen nicht zuletzt ob ihrer bemerkenswerten Atmosphäre nachhaltig in den Bann. Alle Register werden gezogen, um zu verblüffen. Wo eben noch eine Prostituierte räkelnd ihren Körper in einer rot ausgeleuchteten Box feilbot, da »schwimmt« in der übernächsten Szene ein Fisch – eine Projektion auf die nun zugezogenen Lamellen einer Jalousie macht’s möglich.« (DNN)

 

»Fünfzig Jahre ist der Stoff alt, überlebt ist er nicht. Was (1971) eine Auftragsarbeit fürs Nürnberger Stadttheater war, fügt sich genauso gut ins Heute. Die Compagnie hebt ihn in eine zeitlose Panoramabühne, die viel Raum fürs Spiel lässt.« (FIDENA Portal des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V.)

 

»Der Stoff ist ein bedrückender. Triebe und Getriebensein, körperliche Nähe durch Schläge, mit Duldsamkeit erstickte Träume, Ausweglosigkeit auf dem Höhepunkt der Karriere. Die Umsetzung mit lebensgroßen Puppen lässt die Charaktere noch mehr als Statist*innen in ihrem eigenen Leben erscheinen. Doch gerade in dieser Theaterform liegt auch ein tröstliches Moment: Innig werden die Figuren Sabine Köhler und Heiki Ikkola gehalten, geführt, gestoßen. Sie leihen ihnen Stimme und Augen, verleihen ihnen Tiefe und Ausdruck und helfen, wo es Not tut, mit Körperteilen aus.« (Neustadt-Geflüster)