Haus-Residenzen

Wir vergeben langfristige Projektkooperationen. Die ausgewählten Künstler:innen oder Theater-Compagnien werden mit inhaltlicher, organisatorischer und finanzieller Unterstützung vom Societaetstheater begleitet.

RAUM 305

Residenz-Company 2023/2024

Mit dieser Residenz feiern wir den Neuen Zirkus, der sich in Deutschland und in Europa immer weiter etabliert und sich zu einer der spannendsten Bühnenformen entwickelt. Gegründet von Regisseur Philipp Boë, Puppenspieler Jarnoth und Trapezkünstler Moritz Haase, hat sich die junge Kompanie Raum 305 zum Ziel gesetzt, eine interdisziplinäre, innovative Bühnensprache zu entwickeln. Die Verschmelzung von Luftakrobatik, Puppenspiel, Körpertheater und Tanz bildet die Grundlage für ihre Kreationen, die durch ein hohes Maß an Authentizität und Virtuosität berühren.

»Raum 305  - das ist ein Probenort irgendwo in Essen, in der Puppenspieler JARNOTH, der Artist Moritz Haase und der Regisseur Philipp Boë zusammenfanden, um ihr erstes Stück WIR WOLLEN NIE NIE NIE  zu entwickeln. Auch wenn das nicht selten zu Irritationen beim Publikum führt, das verzweifelt in unserem Theater den Raum 305 sucht, um eine Vorstellung zu besuchen, finden wir: ein schöner Name. Die Entscheidung des Societaetstheaters, die Compagnie als Residenzhaus zu unterstützen, Aufführungsort für ihre Stücke, Versuchslabor für Proben und Projektideen zu sein, fiel während des ersten ZIRKUSTHEATER-FESTIVALS 2022. Hier kommt einfach vieles zusammen, das in die Socie-Vibes zu passen scheint: Die Faszination für die Möglichkeiten des Puppen- und Objekttheaters, gepaart mit hochstehender Artistik, der Suche nach universellen Geschichten und zwingenden Ästhetiken. Damit nimmt die Compagnie immer ihr Publikum in den Blick und weckt die Freude am Entdecken. Theater wird hier als lustvolles Geben und Nehmen verstanden. Humor, Pathos und die stete Weiterentwicklung der eigenen Mittel gehören fest zur Möblierung im Raum 305. Als Residenztheater verstehen wir uns hier als Sparringspartner, Pflegekräfte und kritische Begleiter; in der Hoffnung, mit dieser Partnerschaft dem zirzensischen Theater in Dresden auch dauerhaft eine Heimstatt zu bieten.«

Mehr zur Company

CIE. FREAKS UND FREMDE (Dresden)

Residenz-Company 2021-2024

Sabine Köhler und Heiki Ikkola arbeiten seit 2006 als Compagnie zusammen und versammeln für ihre Projekte Theatermacher, Bildende Künstler und Musiker in Teams, die über längere Zeiträume Arbeits- und Lebensstrategien ausprobieren und weiterentwickeln. Ihr regelmäßig zusammenarbeitendes Team besteht aus Theatermacher*innen, Musikern und Techniker*innen, etliche andere Künstler*innen arbeiten regelmäßig mit ihnen zusammen oder im Umfeld der Compagnie. Ihr Credo ist die Auseinandersetzung mit dem Anderen, dem Unbekannten, dem Unmöglichen. Der Ausdruck von Freaks und Fremde hat seinen Ausgangspunkt in der Puppenspielkunst, Sabine Köhler und Heiki Ikkola haben an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin ihr Handwerk erlernt und sind dem Ort ihrer Ausbildung als Dozenten und Partner weiterhin eng verbunden. 2015 erhielt die Compagnie den Kunstpreis der Stadt Dresden und 2017 institutionelle Förderung.

»Wir akzeptieren keine Genregrenzen, sind aber kein Gemischtwarenladen. Der virtuose Umgang mit physischen Ausdrucksformen, Elementen des Puppentheaters, mit Objekten, Projektionen und Perspektiven eröffnet uns einen weiten Erzählkosmos, die Welt wird zum Spielelement und die Akteure sind Teil der Versuchsanordnung. Unser zentrales Thema: Die Begegnung mit dem Fremden als Problem und Chance.«

Mehr zur Company

POST THEATER (Stuttgart/Berlin)

Residenz-Company 2021-2023

Das Team um Max Schumacher und Hiroko Tanahashi ist eine international arbeitende, freie Gruppe. Sie erforscht die Kombination analoger und digitaler Medien mit den Mitteln der Darstellenden Kunst und experimentiert mit allen künstlerischen Ausdrucksformen. Aus Deutschland und Japan stammend, in New York zur Company vereint, leben sie nun in Berlin und in Stuttgart. Dresden soll in den zwei Residenzjahren 2021/2022 ihr drittes Standbein werden.

»Wir wissen um die politischen Spannungen in Dresden, die die Kultur vor besondere Herausforderungen stellt - und damit ihr möglicherweise mehr Relevanz zukommen lässt als in der Blase Berlin, wo wir es kaum schaffen, ein Publikum anzusprechen, dass wirklich anders ist als wir selber - weil es so viele Gleichgesinnte gibt. Der Hauptgrund aber, warum wir Dresden spannend finden, ist seine überregional nur schwach wahrgenommene Rolle als Technologiestandort. Uns interessiert, wie sehr das Silicon Saxony in den Köpfen der allgemeinen Bevölkerung angekommen ist. Ist Dresden wirklich IT Avantgarde? Spiegelt sich das in der Stadtgesellschaft wider? Und ist das in der Kunst auch angekommen? Wir sind eine Medien-Theater-Company. Wir arbeiten seit fast 20 Jahren mit immer wieder neuen Medien und Techniken. Die Digitalisierung beschäftigt uns gleichermaßen als Stückinhalt, als Themenbereich - wie auch formal - für unsere Theaterformen. Die technischen Mittel sind für uns keine Hürden, die Produktionen aufwändiger machen, sondern Hilfsmittel, die Touring und Adaptionen vereinfachen. Ein großer Teil der von uns verwendeten Geräte befindet sich in unserem Besitz und ist hochmobil. Wir planen pro Spielzeit je eine neue Arbeit mit lokalem Bezug und Recherchen in Dresden (und dem weiteren Sachsen).«

Mehr zur Company

DIE QUADRIGA (Berlin/Dresden)

Residenz-Company 2021-2023

Rike Schuberty, Veronika Thieme und Ulrike Langenbein haben an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin studiert. Marie Bretschneider studierte an der Schauspielschule Leipzig. Alle arbeiten hauptberuflich als Darstellerinnen und Regisseurinnen und seit 2012 in wechselnden Konstellationen zusammen. Ulrike Langenbein arbeitet auch als Ausstatterin und Puppenbauerin. Sie leitet ein Atelier in Berlin, stattet mit ihren Puppen Theaterproduktionen im deutschsprachigen Raum und eigene Produktion aus. Rike Schuberty ist zusätzlich Musikerin, spielt Gitarre, singt und produziert eigene Lieder und Sounds. Veronika Thieme und Marie Bretschneider sind neben ihrer Arbeit als Schau- und Puppenspielerinnen auch als Dozentinnen an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin und der Hochschule für Schauspiel Leipzig tätig. 2020 bis 2021 hält die gemeinsame Suche nach neuen, starken Formen für das Performative DIE QUADRIGA in Atem und in Bewegung. Anfang 2022 löst sich die Vierer-Formation auf und sie treten fortan wieder in anderen Konstellationen auf.

»Wir wollen mit unserer Theaterarbeit dem ganzen Treiben da draußen und den Wirrungen im Inneren etwas entgegensetzen. Wir suchen nach Übersetzungen für die Realität ins Verrückte. Material, Raum und Darsteller stellen in der Realität nicht immer eine Einheit dar und sie können sich auch auf der Bühne wiedersprechen. Uns interessiert: Was kann die Puppe? Was kann der/die Darsteller/in? Surreale Räume erschaffen und Tote wiederbeleben sind unser Spezialgebiet. Wir spielen mit Puppen, die Puppen mit uns.«

Mehr zur Company