Paul Hoorn und Freunde

UND DIE FINSTERNIS HAT´S NICHT BEGRIFFEN…

Termine
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Im neuen weihnachtlichen Programm werden auf gewöhnlich ungewöhnliche Weise musikalische Schätze der Weltkultur gehoben. Mit poetischen Bezügen zur heutigen Wirklichkeit kommen alte Lieder aus unserer Heimat und aus den Heimaten der Welt auf die Bühne, genauso wie neue Lieder, die von der Sehnsucht nach Licht in finsteren Zeiten erzählen.
»Da war ein Wort am Anfang der Welt / Ein Wort, das die dunkelste Nacht erhellt /
Das Wort war Liebe war das Wort / Und das ist der Schlüssel zum großen Tor«, heißt es in einem Song von Rio Reiser. An diesem Punkt setzt das neue Adventsprogramms an. Nach »Maria im Dornwald« und »Wir Waisen aus dem Abendland« sucht das Konzert nach der Verbindung von Tradition und Vision. Die Lieder und Texte führen die kommerzialisierte Scheinwelt des liebevollen und harmonischen Weihnachtsfestes ad absurdum. Zwar werden Weihnachtslieder gesungen, doch wird hier keine heile Welt vorgegaukelt, sondern nach Hoffnung und Wegen aus der Resignation gesucht.
Mitwirkende

Idee, Arrangements, Instrumente und Gesang: Karolina Petrova (voc, viol, b, git), Matthias Manz (voc, git, b, sax, sax, cl, perc), Paul Hoorn (voc, acc, tr, chalumeau)

Titelfoto: Robert Jentzsch | Konzertfotos: Stephan Böhlig

Pressestimmen

„Dresdens wohl traurigstes Vorweihnachtsprogramm gehört zu den sehenswertesten. (…) Weihnachtslieder in einer zerrissenen Welt: Das heißt, den Kampf des Lichtes gegen die Dunkelheit zum Thema machen. Das heißt auch, Geschichten erzählen wie die des Liedes „Tausend Sterne sind ein Dom“. Dessen Komponist Siegfried Köhler war 1946 tuberkulosekrank aus dem Speziallager Bautzen IV entlassen worden, bevor er es niederschrieb. Dann folgt mit dem ungebrochen fröhlichen hawaiianischen Weihnachtslied „Melekalikimaka“ ein „postkolonialer Kurztrip“. Auch hier kommt der Finger in die Wunde. „Die Wunde ist der Ort, an dem das Licht in dich eintritt“, kündigt das Trio eine Zugabe an. Und singt noch einmal Leonard Cohen, der zuvor mit „You want it darker“ im Programm ist – Du willst es dunkler. Aus der Dunkelheit, wie sie Paul Hoorn und Freunde verbreiten, dringt mehr Licht als aus zahllosen LED-Kerzen draußen vor der Tür.“ (SZ)

„Weihnachtliche Gefühle befallen einen ob der Moll-Stimmung des dargebotenen Liedguts zunächst nicht, den meisten Zuhörern ist irgendwie nachvollziehbar, dass Manz alsbald quengelt, endlich ein richtiges Weihnachtslied spielen zu wollen. Und diese kommen. Mehr oder minder. Hoorn scheut Harmonie- und Heile-Welt-Beschwörung. Und so reicht das „liederliche“ Spektrum von Johann Sebastian Bach bis zu Leonard Cohen, vom Jesuiten Friedrich Spee und seiner Weise „O Heiland reiß die Himmel auf“ bis hin zum „Kaschubischen Weihnachtslied“, das der deutsch-baltische Autor Werner Bergengruen 1927 textete (er verfasste 1935 den grandiosen Roman „Der Großtyrann und das Gericht“, der von versierten Zwischen-den-Zeilen-Lesern, die es auch schon im NS-Regime gab, als versteckte Abrechnung mit dem Nationalsozialismus verstanden wurde). Kaschubisch? Nun, da heute kaum noch ein Mensch weiß, wo die Kaschubei lag bzw. liegt, wurden die Zuhörer von Karolina Petrova aufgeklärt. Hoorn steuerte die Musik zum Weihnachtslied Bergengruens bei, hier wie auch bei anderen Liedern wird deutlich, welch begnadeter Kompositeur und Arrangeur Hoorn doch ist.“ (DNN)

„Da hat der Liederabend kaum angefangen, da weiß man es schon: Auch diesmal wirkt Paul Hoorns legendäre Magie, die noch niemand recht erklären konnte. Die einfach da ist und wirkt und wirkt und uns, dem Publikum, tatsächlich das Weihnachtliche zurückbringt. (…) Mezzosopranistin Karolina Petrova, die auch eine hervorragende Schauspielerin ist und in Dresden unvergessen bleibt mit Pascale Rozes „Tolstoi in der Nacht“, und de rhinreißend eigenwillige Matthias Manz verbinden sich mit Paul Hoorns seltsam eindringlichem Duktus zu einer künstlerischen Suche nach dem Menschlichen – ganz ohne Pathos, ganz einfach perfekt.“ (Freie Presse)