Rodrigo García

SOLL MIR LIEBER GOYA DEN SCHLAF RAUBEN ALS IRGENDEIN ARSCHLOCH

Termine
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Er ist fünfzig Jahre alt, hat fünftausend schwer erarbeitete Euro auf der Bank und möchte damit etwas anstellen. Etwas, das richtig knallt, das Substanz und Tiefe hat, etwas Sinnvolles, im Gegensatz zu den Verlockungen von Adidas, Gucci oder Volkswagen. Er liebt die Bibliothek von Espinaredo, diese Ansammlung von Büchern und Schriften, die nach Papier riechen und Gedanken, Träume, aber auch allzu menschliche Geheimnisse enthalten. So reift in ihm ein verrückter Plan...
Gemeinsam mit seinen Kindern will er zum Museo del Prado fahren, um dort ein, zwei Fenster einzuschlagen und sich mit Drogen, Chips und einer Flasche Macallan eine Nacht lang den gewaltigen Bildern von Goya auszusetzen. Doch seine Kinder halten dagegen. Sie wollen lieber ins Disneyland Paris, wo man sich mit Mickey Mouse unterhalten kann, beziehungsweise mit dem armen Jungen, der den ganzen Tag Mickey Mouse spielen muss. Doch der Vater setzt sich durch. Und so kommt es schließlich zur nächtlichen Fahrt durch Madrid im Taxi, indem nun auch noch Peter Sloterdijk, der etwas schwierige deutsche Philosoph, Platz genommen hat.

Dirk Glodde wurde in Borna geboren und studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Am Staatstheater Schwerin spielte er u. a. Roberto Zucco (R.: Alexander Stillmark) und Othello (R.: Michael Jurgons), am Staatstheater Cottbus ab 1993 Hamlet (R.: Christoph Schroth), Fiesco (R.: Alejandro Quintana) und Mephisto im "Urfaust" (R.: Andreas Dresen). Am Staatsschauspiel Dresden war er zwischen 2000 und 2009 u. a. als Prometheus, Egmont, Platonow, Faust in "Faust I" und "Faust II" sowie George in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" zu sehen. 2000 wurde er mit dem Max-Grünebaum-Preis und 2009 mit dem Erich-Ponto-Preis geehrt und gehört seit der Spielzeit 2016/17 zum Ensemble des Schauspiels Chemnitz.

Esther Undisz arbeitete am Staatstheater Cottbus, zunächst für PR-Marketing, wechselte nach dem Regiestudium in die Schauspielleitung (2000 bis 2003). Später folgte ein Engagement als Hausregisseurin an der Neuen Bühne Senftenberg. Sie war Schauspieldozentin an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, arbeitet als Drehbuchautorin, Lektorin und Dramaturgin für Film und Fernsehen. Ein Schwerpunkt ihrer Theaterarbeit sind eigene Dramatisierungen. Als freie Regisseurin und Dramaturgin arbeitet sie an verschiedenen Theatern (z.B. Landesbühnen Sachsen Radebeul, Volkstheater Rostock, Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen, Staatsschauspiel Dresden, Theater Eisleben).
Eine Produktion des Schauspiels Chemnitz.
Mitwirkende

Regie: Esther Undisz | Darsteller: Dirk Glodde | Bühne und Kostüme: Esther Undisz | Dramaturgie: René Rainer Schmidt | Maskenproduktion: Yvonne Beier | Übersetzung aus dem Spanischen: Philipp Löhle | Aufführungsrechte: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH | Spieldauer: 75 Min.

Pressestimmen

"Dirk Glodde hatte einen großen Abend. Er war souverän, witzig, präsent – und er schien wirklich an den ganzen Unfug zu glauben." (Der Freitag)

„Achtung, nicht verpassen! Der argentinische Autor und Regisseur Rodrigo García, bis 2018 Leiter des Centre Dramatique National in Montpellier, ist für seine wütenden, ehrfurchtslosen Stücke bekannt, die sich kritisch und ohne Tabus mit der Konsumgesellschaft auseinandersetzen.“ (festival-perspectives.de)

Fotos: Dieter Wuschanski/Esther Undisz