Daniel Kehlmann

HEILIG ABEND

Termine
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Heilig Abend, 22.30 Uhr. Judith ist auf dem Weg zu ihren Eltern. Plötzlich wird ihr Fahrzeug gestoppt, sie wird verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Ein Verhör beginnt.
Thomas, der Polizist, weiß alles über sie, die Professorin für Philosophie. Er wirft Judith vor, gemeinsam mit ihrem Ex-Mann für Mitternacht ein Attentat geplant zu haben. Denn, er kennt sie, die Linksintellektuellen, die mit Attentaten auf Missstände in der Welt aufmerksam machen wollen. Man beobachtet jene Leute, die mit unheiligen Mitteln zeigen, wohin Überwachung und angeblicher Schutz vor Terrorismus führt. Aber weiß Judith überhaupt etwas? Thomas jedenfalls will ihr ein Geständnis abpressen, denn noch könnte das Schlimmste abgewendet werden. Doch unaufhaltsam tickt die Uhr weiter Richtung Mitternacht...

Daniel Kehlmann, Autor von Bestsellern wie »Die Vermessung der Welt« und »Tyll« hat ein gar nicht besinnliches Stück geschrieben: spannend, hochaktuell, mit einem Hauch des Filmklassikers »High Noon«.
Mitwirkende

Regie: Anke Salzmann | Darsteller: Oda Pretzschner, Tim Mackenbrock | Ausstattung: Julia Pommer | Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag

Titelfoto: Stephan Böhlig | Szenenfotos: Christiane Michel

Pressestimmen

„Oda Pretzschner kann wirklich nicht genug gelobt werden. Was sich allein in ihrem Gesicht abspielt, von den vielen kleinen Gesten ganz zu schweigen, da hat man wirklich die typische Salonlinke vor sich, aus dem reichen Elternhaus, die durchaus arrogant auf den kleinen Ermittler herabblickt. Und ob sie nur die radikale Theoretikerin in ihrem Elfenbeinturm ist oder eine wirkliche Terroristin, lässt sie bis zum Schluss nicht durchblicken.“ (DNN)

„Das Verhör spiegelt den üblichen Konflikt zwischen Freiheit und Sicherheit wider, aber es wird auch zum Schlagabtausch zwischen System und Systemkritik: „Einerseits der Polizist, der sagt, ich muss die Menschen beschützen vor dem Terror, und andererseits die Professorin, die sagt, die Welt ist so furchtbar und das System ist an sich so gewalttätig, dass jeder Widerstand gegen das System seine Berechtigung hat.“ (...) Es hat den Charlie-Hebdo-Anschlag gegeben, es hat den großen Anschlag in Bataclan in Paris gegeben und dann in Brüssel, es hat dann den fürchterlichen Wahlkampf von Donald Trump gegeben. Das heißt, beide Seiten, einerseits der Polizist, der sagt, ich muss die Menschen beschützen vor dem Terror, und andererseits die Professorin, die sagt, die Welt ist so furchtbar und das System ist an sich so gewalttätig, dass jeder Widerstand gegen das System seine Berechtigung hat, beides wurde immer weniger theoretisch und immer mehr mit Aktualität vollgesaugt. Das ist passiert, weil sich die Welt verändert hat in der Zeit. Was natürlich für die Welt furchtbar ist und ich hätte lieber, dass es nicht so passiert wäre, aber für das Stück war es gut.“ (Daniel Kehlmann, Deutschlandfunk)