Philipp Löhle

GENANNT GOSPODIN

Termine
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Gospodin will einfach nur leben. Entspannt. Ohne Geld. Keine Lust mehr auf Selbstausbeutung, Leistungswahn, Konsum. Sein Umfeld ist irritiert, genervt, will ihn pädagogisch wertvoll und gut gemeint zurück ins Boot, ins „richtige“ Leben zerren. Vergebens.
Man lacht ihn aus, distanziert sich oder tut, als sei alles wie immer. Die Liebe geht in die Brüche. Gospodin hat Hunger, Schulden und keinen wirklichen Plan, nur sein Dogma für ein neues freies Leben: „Geld darf nicht nötig sein“. Es geht also steil bergab. Er wird in kriminelle Machenschaften gezogen, gerät ins Visier der Polizei. Die Katastrophe scheint perfekt. Doch unerwartet findet Gospodin im Desaster eine akzeptable Lösung seiner Probleme.

GENANNT GOSPODIN wurde beim Berliner Theatertreffen prämiert und erhielt den Dramatikerpreis der Deutschen Wirtschaft 2007. Philipp Löhle (Jahrgang 1978) umkreist in seinem Stück die neuralgischen Punkte unserer globalisierten, kapitalistischen Gegenwart: Konsum, Arbeit, Beziehungen aus der Sicht eines Verweigerers, ohne Sarkasmus, aber mit viel skurrilem Witz.
Mitwirkende

Regie: Anke Salzmann | Darsteller: Rüdiger Hauffe, Christina Kraft, Felix C. Voigt | Ausstattung: Julia Pommer | Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag | Spieldauer: 80 Minuten

Titelfoto: Stephan Böhlig | Szenenfotos: Christiane Michel

Pressestimmen

„Autor Philipp Löhle, der mit dieser Farce den Dramatiker-Preis der deutschen Wirtschaft abfasste, zeigt mit wachsamen Augen die ersten Folgen der fatalen Agenda 2010 und wartet mit einer herrlichen Pointe auf, die Ausstatterin Julia Pommer mit ihrer simpel-genialen Jalousienbühnenidee unterstützt, die aber selbst geguckt gehört. (…) Regisseurin Anke Salzmann ruft in den fast neunzig pausenlosen Minuten hier eine intensive Leistung ihrer Darsteller ab und inszeniert einen wirklichen witzigen und haltbaren Abend. Mit der quicklebendigen Christina Kraft in allen Frauenrollen und Rüdiger Hauffe als wandelbares allen Freundes- wie Feindesmannsbild geben zwei Könner ihr Soci-Debüt. Zwischen beiden immer im Mittelpunkt: Felix C. Voigt, genannt Gospodin, der diesen so spielt, als sei die Rolle just für ihn geschrieben – in blendender, immer mehr befreiend wirkender Hoffnungslosigkeit. (DNN)

„Eine überaus gelungene Inszenierung (…) Felix C. Voigt schafft es, das Sympathische und das Alltagsuntaugliche dieses Lebensentwurfs in seinem Spiel zu vereinen. (…) Regisseurin und Hauptdarsteller nehmen Gospodin das Tragikomische und legen Gewicht darauf, dass er für sich einen Weg findet, dass er seine Vorstellung von seinem Leben umsetzt. Diese Interpretation gelingt auf der Bühne vor allem deshalb, weil Salzmann gekonnt ein Haar breit neben dem, was man realistisch nennen könnte, inszeniert: Das ist unterhaltsames Theater und Futter für das hungrige Hirn.“ (Freie Presse)


„Regisseurin Anke Salzmann kehrt mit „Genannt Gospodin“ von Philipp Löhle an das Societaetstheater Dresden zurück. Sie zeigt eine antikapitalistische Komödie, deren Leichtigkeit vom Autor eingraviert wurde.“ (SZ)