Eugene O’Neill

EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT

Termine
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Ein Morgen im August. Vielleicht etwas heißer als sonst. Tyrone, seine Frau Mary und die beiden Söhne James und Edmund verbringen den Sommer in ihrem Haus am Meer. Nichts soll diesen Aufenthalt trüben, doch schon der Morgen verspricht nichts Gutes. Aber: Nur keine Konflikte! Nicht jetzt, bitte. Doch jedes Wort, jede Lippenbewegung scheint wie eine Drohung. Gefährlich schimmert unter der Oberfläche die Vergangenheit: das gemeinsame Leben mit all seinen tiefen Verletzungen. So werden schreckliche Vorwürfe als Liebeserklärungen getarnt und nicht enden wollende Schuldgefühle durch Drogen erträglich gemacht. Jeder gegen Jeden, und doch sind alle abhängig voneinander. Eine Familie, eine Suchtgemeinschaft, eine Liebesverdammnis. Und am Ende eines langen Tages ist eigentlich nichts weiter passiert.
Nobelpreisträger Eugene O’Neill (1888-1953) zeichnete mit diesem 1941 geschriebenen, aber erst 1956 uraufgeführten Stück die Geschichte seiner eigenen Familie nach. 1957 bekam er dafür posthum den Pulitzer-Preis für Theater und den Tony Award als „Bestes Theaterstück des Jahres“. Heute ist es ein weltweit aufgeführter und mehrfach verfilmter Klassiker.
Mitwirkende

Regie: Amina Gusner | Darsteller: Wiebke Frost, Tom Mikulla, Tim Mackenbrock, Daniel Langbein, Anne Munka | Musik: Anne Munka | Ausstattung: Inken Gusner | Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag | In der Übersetzung von Michael Walter

Fotos: Stephan Böhlig

Pressestimmen

Eugene O‘Neills posthume und wohl latent autobiografische Ode an die Problemmilderung mittels Medizin aller, vor allem schottischer oder irischer Art, führt in die Parallelwelt höherer Wahrnehmung bei niedrigeren Hemmschwellenwerten. Und das wird von Amina Gusner und ihrem Quartett im Societaetstheater beeindruckend umgesetzt: Allen voran Wiebke Frost als Mary, die von der Wiener Burg bis zum Berliner DT und von Tabori über Zadek bis Peymann alle(s) kennt und hier edel und galant den Verfall ganz stark symbolisiert, immer in der Balance eines garantiert tödlichen Seiltanzes, ohne je die Würde zu verlieren. Tom Mikulla, seit „Sprechende Männer“ (2013) hier Stammgast, gibt einen beeindruckenden Vater, der stets zwischen männlicher Stärke und väterlicher Milde zu Tim Mackenbrock als Jamie und Daniel Langbein als Eddy schwankt, wobei Harmonie und Promille als Verhältnis korrelieren.“ (…) „Nun reüssiert sie (Amina Gusner) mit Eugene O‘Neills pulitzerpreiswürdigem Werk, welches 1941 geschrieben, aber erst drei Jahre nach seinem Tod 1956 uraufgeführt wurde, denn ihr gelingt mit dieser Nachtreise des Nobelpreisträgers nicht nur, ein anderes, leider ebenso seltenes Genre in die pseudomodern-verschnarchte Landeshauptstadt zu tragen, sondern eine prickelnde Drogen-Elegie, die nicht nur von allen Akteuren wirklich anstandslos gut getragen wird, sondern auch gut als Sucht-, Paar- oder Familientherapie taugt.“ (DNN)

„Dieses Stück geht einem nach. Wiebke Frost als Mary ist so ergreifend und um sich greifend, dass der Zuschauer mitten in dieses Spiel um Leben und Tod hineingerissen wird. Kaum zu glauben, dass diese großartige Schauspielerin nach diesem Auftritt schnell ins Alltägliche zurückfinden kann. Auch alle anderen Schauspieler zeigen ihr Bestes. Das ist der Einfühlung von Amina Gusner zu danken, die mit ihrer Regiearbeit dieses Familiendrama in unserer Zeit und Befindlichkeit verankert hat.“

(Axel Helbig, Redakteur OSTRAGEHEGE - Zeitschrift für Literatur und Kunst)