Theresa Hannig

DIE OPTIMIERER

Termine
Do, 05.12.2019, 20.00 Uhr Karten
Kleine Bühne
Voll: 16.00€
ermäßigt: 12.00€
Schüler, Studenten, Theatercard: 6.50€
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht, um für jeden einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung beschuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Denn das System legt alles daran, ihn zu optimieren, ob er will oder nicht. Science-Fiction zum Greifen nah.
Der dystopische Roman von Theresa Hannig wurde 2016 mit dem Stefan-Lübbe-Preis und 2018 auf der Leipziger Buchmesse mit dem Phantastik-Literaturpreis Seraph für das beste Debüt ausgezeichnet.

Nicola Bremer, geb. 1989, wuchs in Italien auf und inszenierte 2010-2012 am Staatsschauspiel Turin erste eigene Theaterstücke. 2014 gründete er die freie Theatergruppe "The Mainstream" in Schweden, 2016 - 2018 war er Regieassistent am Staatsschauspiel Dresden. Sein deutsches Regiedebut feierte er am Staatsschauspiel Dresden mit „Die Blechtrommel“, weitere Inszenierungen folgten, aktuell „Biedermann und die Brandstifter“. Bremers erfolgreiche, selbst geschriebene Theaterserie „Selfies einer Utopie“ wurde bereits am Schauspiel Köln nachinszeniert. Seine Stücke wurden in über zehn Ländern an Theatern, als OpenAir-Vorstellungen und in Flüchtlingslagern (u.a. in Jordanien) gespielt. DIE OPTIMIERER ist seine erste Produktion für das Societaetstheater.
Mitwirkende

Regie: Nicola Bremer | Darsteller: Alexandra Weis/Friederike Pasch, Hauke Diekamp, Alexander Ganz | Ausstattung: Jakob Ripp | Artwork: NM - AI visual arts | Aufführungsrechte: Bastei Lübbe | In Koproduktion mit der HfBK Dresden | Spieldauer: 90 Minuten

Titelfoto: Stefan Klüter (Bearbeitung: Jakob Ripp, Nicola Bremer) | Szenenfotos: Stephan Böhlig | Trailerproduktion: artgenossen.tv

Pressestimmen

„Die Menschen starren blind vor sich hin, das Smartphone ist überflüssig, das Internet allgegenwärtig und systemkonform manipuliert. Unter Nicola Bremers Regie ist die einstürzende Welt um den doch unschuldigen Samson Freitag greifbar geworden. Dass es in München spielt, fällt nur dem eingeweihten Straßenkenner Bayerns auf. Hier und da gibt es einen Bezug zu aktuellen Ereignissen, einen kleinen Seitenhieb auf reale politische Personen und Geschehnisse. Aber nur am Rande, ohne den Zeigefinger, der aktuell so gern erhoben wird. Die Buchautorin war am Premierenabend übrigens persönlich vor Ort und sowohl stolz als auch begeistert ob der Umsetzung. Und das zu Recht. Außerdem, irgendwie scheinen am Ende ja tatsächlich
die Roboter die Weltherrschaft übernehmen zu wollen. Und dann muss es ja eine gute Geschichte sein.“ (DNN)

„In der Inszenierung am Societätstheater, die am 1. Juni urauf­geführt wurde, kommt Regisseur Nicola Bremer mit gerade mal drei Darstellern aus. Zwei Mikros, eine Kleiderstange mit einem ganzen Kostümfundus, ein Tisch und zwei Stühle - mehr braucht es nicht im Szenenbild. Alle Utensilien wechseln mehrmals den Platz, um verschiedene Raumumgebungen zu simulieren. Friederike Pasch und Alexander Ganz schlüpfen auf der Bühne in unzählige Rollen und treiben auch als Erzähler die Handlung voran, was der Inszenierung ordentlich Schwung verleiht. (…) Schließlich muss sich Hauptdarsteller Samson Freitag (Hauke Diekamp) mit Ercan Böser auseinandersetzen, der bei der anstehenden Bundestagswahl für die Optimierungspartei antritt und dem er einst den Politiker- anstelle des passenderen Schauspielerberufs empfahl. Im Verlauf entwickelt sich zwischen den beiden Figuren ein Katz- und Mausspiel, das die Schwachstellen des Systems immer deutlicher offenbart und dabei auch Parallelen zur Gegenwart zumindest nicht verheimlicht. Ein beklemmendes Gefühl hat sich beim Zuschauer dann schon längst eingestellt.“ (Top-Magazin)

„Am 1.6.2019 wurde im Societaetstheater in Dresden die Theaterfassung von “Die Optimierer” uraufgeführt. Unter der Regie von Nicola Bremer verwandelten Hauke Diekamp (als Samson), Friederike Pasch (als Martina, Melanie, Anna, u.v.m.) und Alexander Ganz (als Böser, Fleischmann, Trasymachos, uvm.) mithilfe der Ausstattung von Jakob Ripp meinen Roman in ein wahnwitziges, schwindelerregendes, krasses Abenteuer, das mich vollkommen mitgerissen hat. Ich wurde von dem Stück eingesaugt, einmal von innen nach außen gedreht und beim Schlussapplaus als dankbares Fangirl wieder in die Welt entlassen. Ja. So war das. War es geil? Es war der Hammer!...“ (Autorin Theresa Hannig)


„Damit steht Hannigs Buch in bester Tradition mit den großen Dystopien der Literaturgeschichte, Aldous Huxleys 'Schöne neue Welt' und George Owells '1984'.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Ein beeindruckendes Debüt und ein wichtiger Roman in unserer Zeit.“ (Deutschlandfunk Kultur)

„Theresa Hannig entwirft eine faszinierende Welt, die nahe an unserer Wirklichkeit ist. […] Die Optimierer ist kein Science-Fiction-Thriller, sondern ein intelligenter, nachdenklicher Roman über Gefühle in einer technisch hochentwickelten Zeit.“ (WDR)

„Vielleicht ein mahnendes Beispiel in unserer nach Optimierung strebenden Gesellschaft. Krank gut!“ (Radio Fritz, rbb)