Annalena und Konstantin Küspert

DER REICHSBÜRGER

Termine
Di, 19.02.2019, 20.00 Uhr Karten
Gutmann-Saal
Do, 28.03.2019, 20.00 Uhr Karten
Gutmann-Saal
Voll: 16.00€
ermäßigt: 12.00€
Schüler, Studenten, Theatercard: 6.50€
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Was hier wie eine Werbeveranstaltung aussieht, ist ein handfester Theaterabend. Annalena und Konstantin Küspert haben gründlich recherchiert und stellen mit ihrem jüngsten Stück ein Portrait auf die Bühne, das es in sich hat. Denn: sie sind mitten unter uns, sie sehen aus wie jeder andere, verhalten sich zumeist wie jeder andere, und doch sind sie nicht wie jeder andere. Sie sind Reichsbürger.
Sie sind davon überzeugt, in der Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches zu stehen. Sie leben in einem Paralleluniversum, lehnen die Grundgesetze der Bundesrepublik Deutschland ab, fühlen sich unserer Demokratie nicht zugehörig und verhalten sich auch so. Aber sie sind keine rückwärtsgewandten Phantasten, denn ihre Anhänger schaffen knallharte Fakten in unserer Gegenwart.

Dieser Abend liefert einen tiefen Einblick in die dunkle Seite unserer Alltagswelt und die Annäherung an die Frage, wo diese Seite eigentlich beginnt.

Konstantin Küspert, aktuell mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Theatertage für sein Stück „Europa verteidigen“ ausgezeichnet, ist einer der avanciertesten Vertreter eines neuen politischen Theaters in Deutschland. Seine Texte kreisen um Fremdenfeindlichkeit, um die Wertegemeinschaft Europa und andere drängende politische Themen. Gemeinsam mit Annalena Küspert nähert er sich nun dem irritierenden gesellschaftlichen Phänomen der Reichsbürger.
Mitwirkende

Regie: Michael Funke | Darsteller: Philipp Otto | Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag | Spieldauer: ca. 70 Minuten

Pressestimmen

„Großartiges Ein-Personen-Stück“ (...) „Was sich wie der reine Horror in Theaterform liest, ist durch das großartige Agieren von Philipp Otto unter der Regie von Michael Funke durchaus unterhaltsam. Immerhin kann man dann doch – im Gegensatz zu dem Zustand, irgendwelchen seltsamen Onkeln auf Familienfeiern ausgesetzt zu sein – die relative Distanz des Publikumsraums genießen und einfach nur neugierig darauf sein, wo das hinführen soll.“ (…) „Der genialste Schachzug jedoch ist, das Publikum selbst am Nasenring vorzuführen. Was vielleicht in Dresden noch nicht so ausgeprägt ist, in richtigen Großstädten jedoch schon, ist die Diskrepanz zwischen Denken und Handeln von links-liberalen Eltern, wenn es darum geht, in welcher Schule sie ihr Kind anmelden – ob Multi-Kulti dann noch eine positive Facette des Lebens ist.“ (DNN)

„Philipp Otto, der den Reichsbürger schauspielerisch stark, aber gemessen an dem, was da gesprochen wird, beinahe zu differenziert gibt, behilft sich mit dem Publikum als angenommenen Gegner: „Sie denken jetzt sicher, der spinnt. Komm, wir gehen“. (…) „Die Inszenierung zeichnet etwas zu voyeuristisch und genießerisch ein Bild vom Reichsbürger als schrulligem Individuum, bis er endlich seine Walther-Pistole hervorzieht, die er natürlich bei sich trage. Spätestens dann wird klar: Verfassungsfeindschaft ist keine Privatangelegenheit.“ (SZ)