the guts company

AM KÖNIGSWEG nach Elfriede Jelinek - MACHT#1

Termine
(Macht-Spezial: Wer zwei nicht ermäßigte Karten für eine Aufführung erwirbt, der bekommt die dritte für 6,50 Euro dazu.)
Inhalt
Für die erste Produktion innerhalb des Zyklus »Power to Whom« setzt sich the guts company mit dem Theatertext »Am Königsweg« von Elfriede Jelinek auseinander. Ohne Masse, keine Macht. Was sind Menschen bereit, hinter sich zu lassen, nur um zu dieser Masse dazuzugehören? Zwei Tänzerinnen auf der Bühne und eine Schauspielerin auf elf Leinwänden gehen dieser Frage nach und begeben sich in einen großen Reigen aus Führen und Folgen - Unterwerfung, Wortgewandtheit, Blendung, Verheißung, Wiederholung. The guts company verwandelt das Thema zu einer großen Verhandlung zwischen dem Oben und dem Unten.
The guts company ist eine junge Dresdner Tanz-Company, gegründet 2013 von Johanna Roggan und Josefine Wosahlo. Mit ihrem Engagement in der lokalen Tanzszene sind sie an den Entwicklungen der freien Tanzszene Dresdens maßgeblich beteiligt.
In ihren Inszenierungen arbeitet die Company als offenes Netzwerk und sucht projektbezogen nach Partnern aus Tanz, Musik, Bildender Kunst, Bühnenbild und den Neuen Medien. Neben Bühnenproduktionen entstehen genreübergreifend zeitgenössische Tanzstücke, Tanzfilme, site-specific productions, interaktive Produktionen und performative Installationen in diesen Kontexten.
Mitwirkende

Konzept und Choreografie: Johanna Roggan | Co-Regie und Dramaturgie: Nora Otte | Performance: Anna Fingerhuth, Marie Zechiel | Schauspiel: Julia Amme | Video: Benjamin Schindler | Sound: Demian Kappenstein | Bühne und Kostüm: Julia Pommer | Technische Leitung und Lichtdesign: Falk Dittrich | Video-Technik: Johannes Petzold | Produktionsleitung: Heike Zadow | Company Management: Josefine Wosahlo | Aufführungsrechte: rowohlt Theater Verlag | Vorstellungsdauer: ca. 70 Minuten

Titelfoto: Benjamin Schindler | Szenenfotos: Adam Dreessen

Pressestimmen

„In der neuen Arbeit der guts company (Choreografie: Johanna Roggan) sieht sich das Publikum umringt von Machtpositionen. Auf elf Projektionsflächen blicken unterschiedliche Charaktere die ZuschauerInnen an. Zentral gesetzt: Gott. Zentral ist aber nicht dessen Funktion. Zu größerer Bedeutung gelangt im Lauf des Abends ausgerechnet ein Ziegenbock. In den gezeigten Videos schlüpft Julia Amme unter Zuhilfenahme der wunderbaren Arbeit der Maskenbildnerin Elisa Flehmer an diesem Abend in elf verschiedene Rollen. Auf der Bühne ringen Anna Fingerhuth und Marie Zechiel in hautengen Kostümen miteinander, deren Material man damals, greift man die 1980er-Jahre-Assoziation auf, als Spandex bezeichnet hat. Ein bisschen 'Medizin nach Noten', ein bisschen bad taste. Ironie inklusive. Sie ringen miteinander, aber am Ende mit sich selbst.“ (tanznetz.de)

„Gewiss, Jelineks Text ist das schwerste Pfund »Am Königsweg«. Aber auch dessen Adaption hat es in sich. Hier wie da taucht der Name Trump nicht auf. Doch: »Er wird der Masse wieder eine Stimme geben. Leider nur eine.« Hier wird bitter konstatiert, werden knallharte Warnungen ausgesprochen, um Augen und Sinne zu öffnen. Dafür haben Johanna Roggan und ihr Team eindrucksvolle Ausdeutungen gefunden. Die Soundcollage von Demian Kappenstein sorgt für tiefgehende Wirkung.“ (SAX)


„Wenn die Tänzerinnen befreit werden von dem Textungetüm, das „Am Königsweg“ nun mal ist, dann blüht die Inszenierung auf. Dann darf Julia Amme in allen Machtfiguren ihre starke und immer etwas fragile Spielweise zeigen. Dann strahlen die hervorragenden Choreografien zu der pulsierenden Musik von Demian Kappenstein. Die Körper beugen und strecken sich, sind im Konflikt, harmonieren. Macht, so zeigt der Tanz deutlich, hat immer etwas mit zwei Seiten zu tun. Und jeder Kampf, jeder Faustschlag, wird harmlos, wenn ihn niemand registriert.“ (SZ)