FRÄULEIN JULIE

Detail

FRÄULEIN JULIE

(August Strindberg)

Küche des Gutshofes, Mittsommernacht in Schweden, Ende des 19. Jahrhunderts. Julie, Tochter eines Grafen und Gutshofbesitzers, lässt sich in der erregenden Atmosphäre der Mittsommernacht mit dem Diener Jean ein. Am nächsten Morgen ist der Reiz verflogen: Reue, Verzweiflung, Selbstmord sind die Folgen.
Der Einakter, das berühmteste und meist gespielte Drama des Dichters, zeigt sensibel, realistisch, spannend und überraschend in der Charakterzeichnung zwei Personen: Julie auf der Suche nach etwas Sinnvollerem als der standesgemäßen Heirat und Jean, der mit der Chance zum Aufstieg aus dem Niedrigen spielt.
"Aus den anfänglichen Schäkereien entspinnt sich ein bedrückendes Kammerspiel, ein Kampf zwischen Frau und Mann, Aristokratin und Domestik." (DNN) "Trotzdem ist es ein kurzweiliger Abend, der dabei die Streitlust anfacht" (ad rem)

Premiere


Fotos: Detlef Ulbrich | www.duks33.de

Pressestimmen

DER WAHN WÄHRT NUR KURZ...
Noch kürzer kommt die Liebe in August Strindbergs Einakter "Fräulein Julie"

Schweden Ende des 19. Jahrhunderts. Hitzetrunkene Sommernacht. In der Küche eines Gutshofes brodelt es.
Und es ist nicht das Essen auf dem Herd. Jean (Mario Grünewald), Diener des Grafen, stellt einen aus dem Keller geklaubten Wein auf den Tisch. Etwas Besseres möchte er werden. Die Verlobung mit Küchenmagd Kristin (Christin Wehner) scheint ein Alibi. In die Turtelei platzt Julie (Oda Pretzschner), die Tochter des Grafen, mit bauschigem Rock und Konfetti. Aufgedreht überspielt sie ihre innere Leere, hofft, damit die Erfüllung anzuziehen: in Form eines Abstiegs, sei es ein gesellschaftlicher. Der goldene Käfig - eine Qual. Der Schlüssel ist Jean, der sich wiederum nach dem goldenen Käfig sehnt. Der Aufprall zweier Welten, führt zur Reibung, körperlich wie seelisch. Kristin räumt den Bühnenplatz für das Geschrei und Gestöhne zweier unreifer Egoisten, die ihr nächtliches Abenteuer bald bereuen. Regisseur Hermann Schein, inszeniert das Stück mit leichter Hand, doch wirkt die hierfür nötige Ironie albern und aufgesetzt. Die unsympathisch gespielten Protagonisten entziehen sich dem Zuschauer, bilden, einen menschlichen Eisblock, der zerfließt, je näher die Realität in die wirr fantasierenden Köpfe dringt. Die Distanz zum Publikum wird gebrochen durch einige humoristische Einlagen und leichtverdauliche Provokationen. Emotionen bedeuten Wutgeschrei.
Am Ende ist gewiss: Um Liebe dreht sich gar nichts. Trotzdem ist es ein kurzweiliger Abend, der dabei die Streitlust anfacht.
adrem, 19.05.2010

Mitwirkende

Regie: Hermann Schein | Spiel: Oda Pretzschner, Mario Grünewald, Christin Wehner

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