Gob Squad (D/GB)

DANCING ABOUT

Termine
Fr, 25.08.2017, 20.00 Uhr Karten
Gutmann-Saal | Das besondere Gastspiel
Sa, 26.08.2017, 20.00 Uhr Karten
Gutmann-Saal | Das besondere Gastspiel
Voll: 16.00€
ermäßigt: 12.00€
Schüler, Studenten, Theatercard: 6.50€
(diese Preise gelten nur an der Theaterkasse)
Inhalt
Im ersten Tanzstück ihrer 20-jährigen gemeinsamen Schaffensperiode haben Gob Squad eine neue Art von Tanzformat erfunden, das sich irgendwo zwischen Nachtclub, ritueller Anbetung und expressiver Tanztherapie bewegt. Tanzen – mal als Selbstausdruck, mal um sich selbst zu vergessen und in der Menge aufzugehen – wird zu Form und Inhalt.
Auf der Tanzfläche begeben sich die Performer auf eine Suche. Nach den Grenzen der Kommunikation, nach der fehlenden gemeinsamen Sprache, nach Verschiedenheit und Ausgeschlossenheit, die hier als Prinzip und als Chance begriffen werden. Vor den Augen einer Gottesanbeterin tanzen sie um ihr Leben, in der Hoffnung, dass das Tier zurückschauen kann und einen Blick auf die Tiefen und Abgründe unseres Daseins freigibt. Vor den Augen der Zuschauer entwickelt sich ein Spiel, das jede persönliche Schwäche, jede geheime Neigung und jede schamhafte Bekenntnis zum Kapital werden lässt. Es gilt, dieses kapital in einen möglichst ausdrucksstarken, improvisierten Tanz zu verwandeln.

Das Paradox vom Kult des Individuums und unserem Bedürfnis nach Zugehörigkeit wird mit den Mitteln des Tanzes zum Drama gemacht: Die Tanzenden bilden stetig neue Splittergruppen und Identitäten – in der Hoffnung, das „Ich“ als ein potentielles „Wir“ zu erfahren, als temporäre Gemeinschaft, das für einen Tanz, ein Bekenntnis zusammenfindet. Einer tanzt für viele, viele tanzen für einen. Es entstehen Rand- und Untergruppen wie „Atheisten“, „Optimisten“ oder „die Kinder von Alkoholikern“. Hier sieht man sie aufstehen, um als Teil einer stolzen Minderheit gezählt zu werden, manchmal gar als die Minderheit eines Einzelnen.

We like to dance.
We like to dance and we like to drink.
We like to drink and need to drink in order to cope better with our lives.
We like to drink mint tea.
At least one of our parents is an alcoholic and that’s a fact.
We worry about our parents.
We are afraid of getting old and frail.
We have been in therapy before.
We don’t believe in therapy.

Gob Squad Arts Collective erhält institutionelle Förderung im Rahmen des Konzeptförderungszeitraumes 2015 - 2018 des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Eine Produktion von Gob Squad in Koproduktion mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und Schauspiel Köln. Gefördert durch die Kulturverwaltung Berlin.

In deutscher und englischer Sprache | Spieldauer: 90 Minuten (inkl. einer 7-minütigen Pause)
Mitwirkende

Konzept: Gob Squad | Performance und Entwicklung: Johanna Freiburg, Sean Patten, Tina Pfurr, Sharon Smith, Berit Stumpf, Sarah Thom, Laura Tonke, Bastian Trost, Simon Will, Mat Hand, Tatiana Saphir | Sound Design: Sebastian Bark, Jeff McGrory | Video Design: Miles Chalcraft, Kathrin Krottenthaler | Kostüme: Marie Perglerova | Kostümskulpturen: Rosa David Marx | Dramaturgie und Produktionsleitung: Christina Runge

Fotos: Gob Squad

Pressestimmen

„Es geht um die Körper, um den Tod, das Leben, die Frage nach Kindern, ein wenig um die sozialen Zusammenhänge, allerdings gar nicht so sehr. Das heißt also, es geht um die gefühlten Erscheinungen des Lebens ab Mitte dreißig, wenn die Blütezeit der Körper definitiv vorbei zu sein scheint und der Tod zumindest schon mal im Elternhaus wütet. (…) Ein gelungener Abend. (taz)

„Gob Squad geben ihre dunkelsten Geheimnisse preis. Viele davon sind animalisch.“ (Globe-M)