OK OK

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OK OK

Ant Hampton und Gert-Jan Stam - Eine minimalistische Komödie, die vom anwesenden Publikum aufgeführt wird.

(szene: ENGLAND)

Ein ungewöhnlicher Theaterabend. Vier Theaterbesucher sitzen in Sesseln einander gegenüber und lesen gemeinsam ein Stück. Wie? Ganz einfach. Jeder bekommt ein Textbuch mit farbig markierten Stellen, ein Glas Wasser und eine Leselampe. Und dann wird gelesen. Da ist kein „schauspielern“ nötig und auch keine besondere Betonung. Das Gesagte drückt alles von allein aus, die Unsicherheit, die Neugier und die Beklemmung in dieser ungewöhnlichen Situation. Der Text scheint den Gedanken der Teilnehmer immer einen Schritt voraus zu sein, woraus sich eine eigene Komik entwickelt. Indem das Textbuch eine Art Eigenleben annimmt, meint man, der Text würde erst in dem Moment geschrieben, während man ihn ausspricht. Ein köstlicher Lese-Spaß mit einem überraschenden Ende!
"...Besonders wirkungsvoll entfaltet sich der Text, wenn sich die Lesenden tatsächlich nicht kennen. Das intensiviert die ohnehin ungewohnte Atmosphäre. Wird über einen der Anwesenden gesprochen? Oder »nur« über dessen anzunehmende Rolle? Durch diese theoretische Diskussionsfunktion des Textes kann von einer Entwicklung oder gar einem Inhalt so gar nicht die Rede sein. Das reflektiert auf komplexe Weise eine Vielzahl von theatralischen Aufführungsbedingungen. Was vielleicht etwas akademisch klingt, ist tatsächlich ein sehr skurriler Spaß mit Tiefgang, der einige kleine Herausforderungen mit sich bringt. Und das beste ist der Schluss. Der ist wirklich clever, wird hier aber natürlich nicht verraten." 16.04.2013 DRESDNER/kritik.nu

Ant Hampton (geb. 1975) ist Performer, Autor und Regisseur. Er gründete 1998 „Rotozaza“, ein Projekt, das Gastperformer ohne vorherige Proben auf die Bühne stellt und sie durch genau vorgegebene Instruktionen in die Lage versetzt, ein gemeinsames, klares Spiel zu bewerkstelligen (Autoteatro). Auch Zuschauer können durch solche Instruktionen ganz spontan ins Spielen kommen. Neben „Rotozaza“ entwickelte Ant Hampton sowohl eine Reihe von Solo-Projekten als auch Kooperationen mit Greg McLaren unter dem Label “The Other People” (La Otra Gente). Es ging hier um strukturierte, künstlerische Begegnungen mit Menschen, die nicht vom Theater kommen. Bei der „Manifesta 7“, der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst in Italien wirkte er als Chefdramaturg bei “Projected Scenarios” mit. Daneben gehörte er Projekten von Jerôme Bel und Forced Entertainment an und arbeitete mit Tim Etchells und Glen Neath zusammen.

Gert-Jan Stam (geb. 1972) ist eine niederländische Dramatiker und Theatermacher. Er arbeitete zunächst als bildender Künstler, bis er 2007 begann, für das Theater zu schreiben. Zu seinen ersten Stücken gehören "Disgrace" und "I love guns" (eine Kooperation mit der irischen Schauspielerin Jody O'Neill). In der Folge entwickelte er eine Art "do-it-yourself"-Theater, in dem Zuschauer und Darsteller ein und die dieselbe Person darstellen. Das erste Projekt unter diesem Ansatz ist die Kooperation mit Ant Hampton bei "OK OK". Ein nächster Schritt auf diesem künstlerischen Weg war seine Inszenierung "Khor I", die für die „Floriade“ Worldexpo 2012 entwickelt wurde. Aus der Zusammenarbeit mit dem belgischen Architekten Breg Horemans entstand TAAT, ein Kollektiv, das Theater und Architektur untrennbar verbindet mit dem Ziel, ein Gebäude zu einem Theaterstück werden zu lassen oder ein Theaterstück so zu entwickeln, das ein Gebäude daraus entsteht.

Für vier Personen in deutscher Sprache. (Auf Wunsch auch in Englisch.)

Das besondere Gastspiel

Auf Grund der geringen Platzkapazität ist eine Reservierung erwünscht!

Hier geht es zur Homepage von Ant Hampton: www.anthampton.com/okok_de.html

 

Mitwirkende

Vier Theaterbesucher.

Hinweis

Festival des Societaetstheaters und HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden