NILS FRAHM (D)

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NILS FRAHM (D)

Support: Sven Kacirek

Der Pianist Nils Frahm, bereits zum vierten Mal bei uns zu Gast, stellt sein neues Album «Spaces« vor. Nils Frahm, Jahrgang 1982, absolvierte seine musikalische Ausbildung u.a. bei Nahum Brodski, einem der großen Meister russischer Klavierkunst tschaikowskyscher Tradition. Ein Grund, sich mit den Werken klassischer Pianisten zu beschäftigen, aber auch Antrieb, zeitgenössische Einflüsse zuzulassen. Frahm, der sich selbst als einen "Klangverliebten" beschreibt, arbeitet heute als Komponist und Produzent in seiner Wahlheimat Berlin, wo er Anfang 2008 das DURTON STUDIO gründete und dort bereits mit Künstlern wie Peter Broderick und Dustin O'Halloran zusammenarbeitete.
Als junger Musiker hat Nils Frahm mit seiner Arbeit bereits eine eigene Sprache gefunden. Das Klavier ist dabei für ihn wie ein Gesprächspartner, der oft genug selber den Ton der Konversation bestimmt.

Präsentiert von SPEX, INTRO, TAZ und BYTE FM.

 Foto: Michal O'Neal

Video Sven Kacirek 

Pressestimmen 

Erfrischend unperfektes Livealbum mit Klavier und Klobürste.
Qualität setzt sich mitunter doch durch, das belegt das Beispiel Nils Frahm auf erfreuliche Art und Weise. Dass die Zuschauer nicht nur hierzulande, sondern auch auf der Insel und in Nord- und Südamerika zu seinen Konzerten pilgern, kann bei derart schüchterner Musik schließlich nur an Frahms Sensibilität für große Gefühle liegen. Die verpackt der Wahlberliner irgendwo zwischen Neo-Klassik, Ambient, experimentellem Pop und Electro.

Die Liveplatte "Spaces" hält eine Handvoll unveröffentlichter Stücke bereit und holt einige altbekannte in ein neues Zuhause. Die Vorstellung beginnt kurios: "An Aborted Beginning" erinnert in seinem ungestümen Attitüde an Portisheads "Machine Gun", endet aprupt und lässt das vereinzelt applaudierende Publikum ein wenig verwirrt zurück. Nicht der letzte Beweis dafür, welch ungeschönten Einblick dieser Mitschnitt gewährt.

Mit dem vorab veröffentlichten "Says" gelingt Frahm anschließend ein Meisterwerk, das selbst in seinem beeindruckenden Oeuvre seinesgleichen sucht. Für eine gefühlte Ewigkeit spannt der progressive Ambient-Track mit einem einzigen Loop auf die Folter, lässt dabei aber nie den leisesten Zweifel zu, dass es sich dabei nur um die langsam schwindende Ruhe vor dem Sturm handelt. Nach sechs Minuten reißt einen schließlich der ersehnte Harmoniewechsel mit sich in die Fluten aufgestauter Emotionen.

Gerade recht kommt danach die obligatorische Verschnaufpause "Said And Done" (2009), in der stoische Ton- und Akkord-Wiederholungen zu Tagträumen verleiten, die gegen Ende in fast schon resignative Melancholie münden. Noch behutsamer wirkt das "Felt"-Stück "Familiar" (2011), dem die Live-Aufnahme mehr Luft zum Atmen und damit eine neue Dimension beschert.

Als Klavier-Virtuose zeigt sich Nils Frahm bei seiner "Improvisation For Coughs" und im geradliningen "Hammers", während er bei "Toilet Brushes" seinen Flügel tatsächlich mit Klobürsten traktiert. "For" und "Peter" widmen sich dagegen dem elektronischen Ambient, ehe das großartige "Over There, It's Raining" daran erinnert, wie Frahm es eben auch kann: einfach gestrickt, schlicht als gedämpftes Pianostück vertont, aber dennoch überaus wirksam.

Über zwei Jahre sammelte der Ausnahmekünstler Material für dieses erste Livealbum, das er schließlich zu einem erfrischend unperfekten Gesamtwerk zusammenbastelte. "Spaces" bestätigt den Eindruck, der sich über Jahre immer weiter in den Vordergrund drängte: Was Nils Frahm in seinem Durton Studio ausbrütet, wird ausnahmslos zu Gold.
laut.de, Review von Simon Langemann

Mitwirkende

Musik: Nils Frahm (p) | Support: Sven Kacirek

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