DER GEBURTSTAG DER INFANTIN

Detail

DER GEBURTSTAG DER INFANTIN

Tanztheater nach dem gleichnamigen Märchen von Oscar Wilde

(Katja Erfurth)

Zum Geburtstagsfest der spanischen Infantin spielt und tanzt ein missgestalteter Zwerg zur allgemeinen Belustigung. Die Prinzessin amüsiert sich köstlich und schenkt ihm übermütig eine Blume. Der Zwerg, beseelt von der Geste der Zuneigung, macht sich im Schloss auf die Suche nach der Herrscherin – doch er stößt nur auf sein eigenes Spiegelbild ...
Ein phantastisches Märchen, das vom Betrachten des Selbst und des Fremden, von Erwartung und Enttäuschung erzählt, das süß und bitter anmutet.
Katja Erfurth nimmt das gedankenreiche und zauberhafte Märchen Oscar Wildes zum Ausgangspunkt für ihre jüngste Inszenierung und verknüpft in der ihr eigenen Weise Tanz mit Objekt- und Illusionstheater.
Dabei verwandelt sie sich in die verschiedensten Figuren der Geschichte, ist Infantin, Zwerg, Höfling, Marionette ...
Florian Mayer, mit seiner Vorliebe für ungewöhnliche Spielarten, ist für diese, wie für zahlreiche vorangegangene Produktionen, ihr musikalischer Partner.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden – Amt für Kultur und Denkmalschutz und die Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Für Zuschauer ab 10 Jahren.


Fotos: Hans-Ludwig Böhme

Pressestimme

Infantin, Zwerg, Höfling, Marionette
Katja Erfurth und Florian Mayer mit einem Tanztheater-Stück nach Oscar Wilde im Societaetstheater

Dresden. Ausgegrenzt zu sein, an den Freuden und Verlockungen anderer nicht teilhaben zu können, ist eine höchst bittere Erfahrung. Die in dem wunderbaren Kunstmärchen von Oscar Wilde „Der Geburtstag der Infantin“ letztlich auch ein tragisches Ende nimmt. Wenn der Zwerg in seiner verfehlten Zuneigung schließlich an gebrochenem Herzen stirbt, kommentiert das der Dichter lakonisch mit den Worten der schmollenden Infantin: „In Zukunft sollen die, die mit mir spielen, keine Herzen haben.“ [...]
Die Tänzerin und Choreografin Katja Erfurth befasst sich in ihrem jüngsten Tanztheaterstück „Der Geburtstag der Infantin“ mit einigen dieser Fragen und Möglichkeiten. Und verbündet sich dafür ein weiteres Mal mit dem Regisseur Volker Metzler, der auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnet, sowie dem Pantomimen Wolfram von Bodecker (Körperarbeit und Illusion). Vor allem aber arbeitet sie erneut mit dem freien Musiker Florian Mayer zusammen, und das prägt das Bühnengeschehen von gut einer Stunde, bestimmt quasi die Struktur der Aufführung [...] Gerade im Spiel mit Klängen und Materialien [ist] die Fantasie jeglichen Besuchers gefragt, spürt man deutlich den Spaß der Beteiligten daran.
Wie beispielsweise zu Beginn der Aufführung, wenn das im verfremdenden Kostüm assoziierte Zwergenwesen mit optisch verkürzten Gliedmaßen ein Augen- und Händespiel mit dem noch unsichtbaren Widerpart beginnt, der sich hinter dem Vorhang mit verrückten Klängen und speziellen Seidenpapierrollen (oder etwas in der Art) bemerkbar macht und schließlich das begehrte, knisternde Material auch herausrücken muss.
Fahrt nimmt die Vorstellung schließlich auf, wenn sich Florian Mayer und seine Geige vor dem Vorhang in ein rasantes Spiel hineinsteigern. Scheinbar um die Gunst des Publikums zu gewinnen. Was aber auch eine Art von Tanz auf dem Vulkan ist, ein assoziiertes Beben und Schwingen des Körpers, um zu gefallen. Da wäre man dann wieder bei der Geschichte von Zwerg und Infantin. Und dieserart Tanz auf der Geige, das kann Florian Mayer nun mal, muss sich auch nicht an Vorgegebenes halten, darf aus der Seele heraus improvisieren, was das Zeug hält.
Dresdner Neueste Nachrichten 04.04.2016

Mitwirkende

Choreographie und Tanz: Katja Erfurth | Komposition und Violine: Florian Mayer | Regie und Ausstattung: Volker Metzler |Körperarbeit und Illusion: Wolfram von Bodecker